ANZEIGE

Mahle unter Druck durch US-Zölle und Absatzkrise

Verkäufe brechen ein, Verbrenner-Aus gefährdet tausende Stellen in Europa

2 Min
 Mahle unter Druck durch US-Zölle und Absatzkrise

Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Rückläufige Autoverkäufe, die fortbestehende Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor und eine nur schleppend verlaufende Transformation zur Elektromobilität belasten das Unternehmen. Hinzu kommen Auswirkungen der US-Zölle, die nach Einschätzung von Mahle-Chef Arnd Franz 2025 zu einem weltweiten Produktionsrückgang von mindestens 1,5 Millionen Fahrzeugen führen könnten. Im schlimmsten Fall sei sogar mit bis zu fünf Millionen weniger produzierten Autos zu rechnen.

Die Geschäftszahlen des Jahres 2024 zeigen ein durchwachsenes Bild. Der Umsatz sank um 5,6 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte Mahle den operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 423 Millionen Euro steigern, was einer Marge von 3,6 Prozent entspricht. Das Konzernergebnis lag jedoch nur bei 22 Millionen Euro. Gründe dafür waren vor allem Sondereffekte aus dem Verkauf nicht mehr benötigter Unternehmensanteile und Immobilien. Unter anderem trennte sich Mahle vom Geschäft mit Thermostaten und seinem Anteil am Joint Venture BHTC.

Umsatzeinbußen verzeichnete Mahle in nahezu allen Bereichen – mit Ausnahme des Ersatzteilgeschäfts, das um rund drei Prozent zulegte. Besonders stark war der Rückgang im Bereich Klimamanagementsysteme mit über elf Prozent. Verantwortlich gemacht wurden dafür unter anderem die schwächelnde weltweite Nachfrage sowie geringere Bestellungen von Schlüsselkunden.

Der Zollstreit mit den USA hat nach Aussage des Konzernchefs die Lage zusätzlich verschärft. In mehreren nordamerikanischen Werken stehe die Produktion teilweise still. Mahle rechnet in Nordamerika mit einem Rückgang der Autoproduktion unter 15 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2025. Zolleffekte schätzt das Unternehmen auf ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich. Mahle hat daraufhin begonnen, Lieferketten umzustellen und Produktionsschritte in die USA zu verlagern, agiert dabei jedoch vorsichtig und ohne langfristige Standortentscheidungen.

Gleichzeitig beschäftigt Mahle die künftige Rolle des Verbrennungsmotors. Das Unternehmen sieht durch ein mögliches Verbot in Europa bis zu 60 Prozent seiner Arbeitsplätze auf dem Spiel. Franz fordert daher eine Neubewertung der Regulierung und warnt vor einem „Sonderweg“ Europas. Ziel müsse es sein, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass mittelfristig wieder neue Arbeitsplätze entstehen können. Eine Umsetzung in 2025 sei allerdings nicht zu erwarten.

MahleFinanzenZölleAutoindustrie

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer