Maersk zieht sich fast vollständig aus Russland zurück
Das dänische Logistikunternehmen verkauft seine beiden Standorte in Russland und konzentriert sich auf rentablere Aktivitäten

Das dänische Schifffahrts- und Logistikunternehmen A.P. Moller-Maersk hat sich entschieden, seine beiden Logistik-Standorte in Russland an IG Finance Development Limited zu verkaufen. Dies bedeutet das fast vollständige Ende der Geschäftstätigkeiten von Maersk in Russland. Die Verkaufsgenehmigungen für das Inland-Depot in Novorossiisk, das eine Kapazität von 1.500 Containern (TEU) hat, sowie für ein gekühltes und gefrorenes Lager in St. Petersburg wurden von den zuständigen Regulierungsbehörden in der Europäischen Union und Russland erteilt.
In einer Erklärung sagte Karsten Kildahl, Chief Commercial Officer von Maersk: "Wir freuen uns, einen neuen Besitzer für unsere beiden Logistikstandorte in Russland gefunden zu haben und damit unsere Entscheidung umzusetzen, alle Vermögenswerte des Unternehmens im Land abzustoßen". IG Finance Development, ein in Zypern registriertes Unternehmen, hat eine Vereinbarung mit Arosa, einem großen Lebensmittelimporteur in Russland, getroffen, um die Standorte zu betreiben, so Maersk.
Maersk muss noch vier Schlepper unter der Marke Svitzer verkaufen, ein Prozess, der noch im Gange ist, sagte ein Sprecher gegenüber Reuters. Nach Abschluss dieses Verkaufs wird Maersk kein Geschäft mehr in Russland haben.
Im August des letzten Jahres verkaufte Maersk bereits einen Anteil von 30,75% an dem russischen Hafenbetreiber Global Ports Investments an die größte Containerreederei Russlands, die Delo Group.
Die Entscheidung von Maersk, aus Russland auszusteigen, könnte im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen zwischen dem Land und dem Westen stehen. Die USA und Europa haben in den letzten Jahren Sanktionen gegen Russland verhängt, was dazu führen könnte, dass internationale Unternehmen wie Maersk ihre Geschäftstätigkeit im Land überdenken.
Insgesamt scheint Maersk jedoch erfolgreich dabei zu sein, seine Geschäftsstrategie umzusetzen und sich auf rentablere Aktivitäten zu konzentrieren. Im Jahr 2022 verkaufte das Unternehmen bereits seine Öl- und Gasgeschäfte an TotalEnergies, um sich stärker auf das Schifffahrtsgeschäft zu konzentrieren.
