LVMH-Aktie bricht um 8% ein: China-Geschäft enttäuscht Anleger
Schwache Quartalszahlen des Luxuskonzerns ziehen gesamten Sektor nach unten. Kering, Moncler und Hermès verlieren bis zu 5%.

Die Aktie von LVMH ist am Mittwoch zeitweise um bis zu 8,2% eingebrochen und hat damit rund 24 Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet. Auslöser waren enttäuschende Quartalszahlen des weltgrößten Luxusgüterkonzerns, die Zweifel an einer schnellen Erholung der Branche aufkommen lassen. Um 12:00 Uhr notierte die Aktie noch mit einem Minus von 6,4%.
Besonders das schwache Wachstum im wichtigen China-Geschäft verunsicherte die Investoren. In Asien ohne Japan – einer Region, die 26% des Konzernumsatzes ausmacht – stiegen die Erlöse im vierten Quartal währungsbereinigt lediglich um 1%. Die Anleger hatten nach optimistischen Aussagen von Richemont und Burberry Anfang Januar deutlich mehr erwartet.
"Wenn der wichtigste Marktführer für das kommende Jahr etwas vorsichtiger ist, wirft das natürlich einen Schatten auf den gesamten Luxussektor", kommentierte Barclays-Analystin Carole Madjo die Entwicklung. LVMH gilt mit seinen Marken Louis Vuitton, Tiffany und Moët & Chandon als Gradmesser für die gesamte Luxusbranche.
Gesamter Luxussektor unter Druck
Der Kursrutsch von LVMH zog auch andere Luxusaktien in Mitleidenschaft. Die Papiere des Gucci-Eigentümers Kering verloren bis zu 5%, während Moncler und Hermès jeweils zwischen 2% und 5% nachgaben. Die Kursverluste markieren das Ende einer Rallye, die im Oktober 2024 begonnen hatte, als LVMH erstmals wieder Wachstum in Asien vermeldete.
Morningstar-Analystin Jelena Sokolova warnte, dass die seit Mitte 2024 erreichten Bewertungen eine deutliche Erholung voraussetzen würden. "Die Anleger sind einfach besorgt, dass eine Erholung nötig wäre, um die Bewertungen zu stützen. Und es sieht nicht so aus, als stünde diese unmittelbar bevor", erklärte sie. Der Optimismus, der die jüngste Kursrallye befeuert habe, stoße nun auf eine komplexere Realität.
Portfoliomanager sehen Überreaktion
Nicht alle Marktteilnehmer teilen die pessimistische Einschätzung. Christopher Rossbach, Portfoliomanager bei J. Stern & Co, das LVMH-Aktien hält, bezeichnete den Kursrückgang als Überreaktion des Marktes. Er zeigte sich weiterhin zuversichtlich für eine mittelfristige Erholung des Konzerns.
CEO Bernard Arnault hatte sich in seiner Prognose für das laufende Jahr vorsichtig geäußert, was die Anleger zusätzlich verunsicherte. Die Frage, wann sich die Nachfrage nach Luxusgütern in China wieder nachhaltig erholt, bleibt vorerst offen und dürfte die Branche in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.
