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Luxuskonzerne rutschen in die Krise

Exklusive Marken wie Hermès und Richemont trotzen dem Abschwung mit neuen Strategien

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Luxuskonzerne rutschen in die Krise

Die Luxusgüterbranche, die lange als krisensicher galt, befindet sich derzeit in einer Phase der Schwäche. Mehrere große Konzerne verzeichneten 2024 rückläufige Umsätze. Die französische Unternehmensgruppe LVMH meldete ein Minus von zwei Prozent auf 84,7 Milliarden Euro. Besonders stark traf es die Schweizer Swatch-Gruppe, deren Umsatz um zwölf Prozent sank. Auch der US-Konzern Kering musste Verluste hinnehmen, insbesondere durch die Kernmarke Gucci, die 23 Prozent ihres Umsatzes einbüßte. Dadurch verringerte sich der Gesamtumsatz des Konzerns um zwölf Prozent auf 17,2 Milliarden Euro.

Der gesamte Luxussektor sieht sich mit einer Wachstumsverlangsamung konfrontiert. Während die Branche zwischen 2019 und 2023 noch jährlich um fünf Prozent zulegte, prognostiziert eine McKinsey-Studie bis 2027 nur noch ein Wachstum zwischen ein und drei Prozent pro Jahr. Der schwächelnde chinesische Markt, die Inflation in den USA und Europa sowie geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte und der Ukraine-Krieg gelten als Hauptursachen für die derzeitige Entwicklung.

Nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen betroffen. Richemont, bekannt für Schmuckmarken wie Cartier, Van Cleef & Arpels und Buccellati, steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal 2024 um zehn Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Die Schmuckmarken des Konzerns verzeichneten dabei ein Wachstum von 14 Prozent. Hermès konnte seinen Umsatz im Jahr 2024 um 15 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro erhöhen, wobei das vierte Quartal mit einem Plus von 18 Prozent besonders stark ausfiel. Auch das Modehaus Miu Miu, Teil der Prada-Gruppe, erzielte im dritten Quartal 2024 ein Umsatzplus von 105 Prozent.

Luxus-Experten führen die Unterschiede auf Trendzyklen und strukturelle Entwicklungen zurück. Marken wie Miu Miu und Jacquemus treffen derzeit den Zeitgeist. Zudem zeigt sich, dass Unternehmen, die auf Exklusivität setzen, besser durch die Krise kommen. Hermès ist ein Beispiel dafür, mit schwer erhältlichen Taschen wie der Birkin- oder Kelly-Bag. Im Gegensatz dazu litten Marken, die in den vergangenen Jahren auf ein breiteres Publikum abzielten, stärker unter der aktuellen Kaufzurückhaltung.

Ein weiterer Faktor ist die Preisstrategie. Rund 80 Prozent des Branchenwachstums der letzten Jahre resultierten laut McKinsey aus Preiserhöhungen. Unternehmen wie Louis Vuitton und Chanel erhöhten die Preise stetig, stießen nun jedoch an Grenzen. Experten erwarten keinen Preisrückgang, jedoch eine Anpassung durch limitierte Sondereditionen oder günstigere Materialien. Der Luxussektor steht vor einem Umbruch, jedoch bestehen die langfristigen Wachstumstreiber weiterhin.

HandelLuxusmarken Gewinneinbruch Cartier

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