ANZEIGE

Lululemon-Gründer Wilson: Friedensgespräche mit Board gescheitert

E-Mails zeigen, wie eine fast erzielte Einigung zwischen Chip Wilson und dem Lululemon-Verwaltungsrat in letzter Minute zerbrach.

2 Min
Lululemon-Gründer Wilson: Friedensgespräche mit Board gescheitert

Der Streit zwischen Lululemon-Gründer Chip Wilson und dem Verwaltungsrat des Sportbekleidungskonzerns Lululemon Athletica (LULU) spitzt sich dramatisch zu. Dabei stand eine Beilegung des langjährigen Konflikts vergangene Woche offenbar kurz bevor – doch die Gespräche scheiterten in letzter Minute.

Wie E-Mails zeigen, die dem Wall Street Journal vorliegen, war die Einigung bereits so weit gediehen, dass beide Seiten mit der Ausarbeitung einer gemeinsamen Pressemitteilung begonnen hatten. Wilson selbst war sich nach eigenen Angaben nicht bewusst, dass die Verhandlungen vor dem Zusammenbruch standen.

Das Scheitern der Gespräche

Den entscheidenden Wendepunkt markierte eine überraschende Reaktion der Board-Vorsitzenden Marti Morfitt am Sonntag. In einer E-Mail an Wilson, die dem Wall Street Journal vorliegt, schrieb Morfitt: „Wir haben den Eindruck, dass keine ernsthafte Absicht besteht, konstruktiv mit dem Board und dem Management zusammenzuarbeiten." Dieser Schritt machte Wilson dem Bericht zufolge erst den Ernst der Lage bewusst.

Am darauffolgenden Montag eskalierte der Konflikt weiter: Das Unternehmen griff Wilson öffentlich an und beschuldigte ihn, unredlich verhandelt zu haben. Damit war die Chance auf eine außergerichtliche Einigung vorerst vertan.

Lululemon Athletica ist ein kanadisch-amerikanisches Unternehmen, das vor allem für seine Yoga- und Sportbekleidung bekannt ist. Chip Wilson gründete das Unternehmen im Jahr 1998 in Vancouver und gilt als eine der prägendsten Figuren der Marke – sein Verhältnis zum Board war jedoch seit Jahren angespannt.

Hauptversammlung wird zur Machtprobe

Der Verwaltungsrat von Lululemon verhärtet nun seine Position und bereitet sich darauf vor, den Streit bis zur Hauptversammlung auszutragen. Dort werden die Aktionäre über die Zusammensetzung des Boards abstimmen müssen – eine klassische Proxy-Schlacht, wie sie im angelsächsischen Raum häufig bei aktivistischen Investoren zu beobachten ist.

Konkret müssen die Aktionäre zwischen drei vom Unternehmen nominierten und drei von Wilson nominierten Verwaltungsratskandidaten wählen. Das Ergebnis dieser Abstimmung dürfte die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.

Für deutsche Privatanleger ist die Situation bei Lululemon ein anschauliches Beispiel für sogenannte Aktionärskonflikte, bei denen Gründer und institutionell besetzter Verwaltungsrat um die Kontrolle über ein börsennotiertes Unternehmen ringen. Solche Auseinandersetzungen können die Aktie kurzfristig belasten und sorgen für Unsicherheit unter den Investoren.

Die Lululemon-Aktie (Ticker: LULU) notiert an der US-amerikanischen Nasdaq und ist auch für europäische Anleger über gängige Broker handelbar. Der Ausgang der bevorstehenden Hauptversammlung bleibt mit Spannung abzuwarten.

LululemonChip WilsonVerwaltungsratProxy-SchlachtHauptversammlungLulu AktieAktionärskonflikt

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer