Lufthansa vor Abschluss der ITA-Übernahme
Letzte Zustimmung der EU-Kommission steht noch aus – Ausbaupläne für Rom

Nach monatelangen Verhandlungen steht die Lufthansa kurz davor, die italienische Fluggesellschaft ITA Airways zu übernehmen. Die Verhandlungen zwischen der deutschen Fluggesellschaft und der italienischen Regierung konzentrierten sich auf den Kaufpreis und die Bedingungen für die Übernahme. Nachdem die Differenzen beigelegt wurden, fehlt nur noch die Zustimmung der EU-Kommission, um den Kauf abzuschließen.
Das italienische Wirtschaftsministerium gab an, dass die Unterlagen fristgerecht an die EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel übermittelt wurden. Eine offizielle Mitteilung drückte Zuversicht aus, dass die Genehmigung der Europäischen Kommission bald erfolgen werde. Diese Genehmigung ist die letzte Hürde, bevor Lufthansa die Transaktion abschließen und ITA in ihre Unternehmensgruppe integrieren kann.
Bereits im Juli hatte die EU-Kommission grundsätzlich zugestimmt, stellte jedoch Bedingungen. Unter anderem müssen Start- und Landerechte an Konkurrenten abgegeben werden, darunter wichtige An- und Abflugzeiten am Flughafen Mailand Linate. Die letzte Frist zur Einhaltung dieser Bedingungen war der 4. November, und das italienische Finanzministerium bestätigte, dass diese Anforderungen erfüllt wurden.
Die Verhandlungen um den Einstieg von Lufthansa bei ITA dauerten über ein Jahr. Die italienische Fluggesellschaft ITA entstand 2020 als Nachfolgerin der insolventen Alitalia, die wiederholt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 95 modernen Flugzeugen und beschäftigt derzeit etwa 4.900 Mitarbeiter. Lufthansa-Chef Carsten Spohr betonte, dass ITA eine schlanke und moderne Airline sei und sich somit deutlich von ihrer Vorgängerin Alitalia unterscheide.
Geplant ist, dass Lufthansa zunächst 41 Prozent der Anteile an ITA für eine Kapitaleinlage von 325 Millionen Euro übernimmt. Im Laufe der nächsten Jahre könnte die Beteiligung für mehr als 800 Millionen Euro auf eine vollständige Übernahme ausgeweitet werden. Spohr äußerte Pläne, das Drehkreuz Rom auszubauen und die Flugverbindungen Richtung Afrika und Lateinamerika zu stärken.
Sobald die Zustimmung der EU-Kommission vorliegt, könnte die Übernahme Anfang des kommenden Jahres formal abgeschlossen werden. Die Transaktion würde Lufthansa eine stärkere Präsenz auf dem wichtigen italienischen Markt sichern.
