Lufthansa-Umstrukturierung sorgt für Unmut bei Cityline
Beschäftigte und Passagiere kritisieren schlechtere Bedingungen und mangelhafte Kommunikation des Managements

Die geplante Umstrukturierung bei Lufthansa führt zu erheblichem Unmut unter den Beschäftigten und Passagieren. Konkret geht es um die schrittweise Ablösung der bisherigen Lufthansa Cityline durch die neue Tochtergesellschaft City Airlines. Diese Maßnahme erfolgt aufgrund der aus Sicht des Managements zu hohen Kosten der Cityline. Die ersten Auswirkungen dieser Umstellung bekamen Passagiere auf einem Flug von Berlin nach München zu spüren, als sie bei schlechtem Wetter auf dem Vorfeld auf einen zweiten Shuttlebus warten mussten. Frustrierte Passagiere äußerten sich kritisch über den mangelnden Service, den sie als unzureichend im Vergleich zum Premiumpreis der Lufthansa empfanden.
Auch intern sorgt die Umstrukturierung für Unmut. Das fliegende Personal der Cityline sieht die Bedingungen bei der neuen City Airlines als Verschlechterung. Es wird befürchtet, dass der Übergang zu City Airlines für die Beschäftigten schlechtere Arbeitsbedingungen mit sich bringt, obwohl ihnen eine Beschäftigung innerhalb der Lufthansa-Gruppe angeboten wird. In einem internen Schreiben äußerte die Personalvertretung deutliche Kritik an der Art und Weise, wie das Management die Umstellung plant. Sie wirft dem Konzern vor, es fehle ein schlüssiges Konzept für die Schrumpfung der Cityline und es werde versäumt, die Belegschaft angemessen in die Entscheidungsprozesse einzubinden.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Übertragung von Flugzeugen von Cityline zu City Airlines, die laut der Arbeitnehmervertretung ohne ordnungsgemäße Beteiligung der Mitarbeitenden umgesetzt werde. Das Management von Lufthansa weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass alle Leistungen auf Basis eines Rahmenvertrags erbracht würden und die Kosten vollständig abgerechnet würden. Auch wird darauf verwiesen, dass man an sozialverträglichen Lösungen für die betroffenen Mitarbeitenden arbeite und in Gesprächen mit den Mitarbeitervertretungen sei.
Die komplexen Tarifvereinbarungen bei Lufthansa erschweren die Situation zusätzlich. Ab 2027 wird Cityline nicht mehr berechtigt sein, Airbus A320-Flugzeuge zu betreiben, was eine Rückkehr zu kleineren Regionaljets zur Folge hätte. Dies gilt aus Sicht des Managements als unwirtschaftlich, was die Entscheidung zur Ablösung von Cityline durch City Airlines weiter verstärkt.
