Lufthansa steigt bei ITA Airways ein
Konzern plant höhere Anteile und erwartet dreistelligen Millionenbeitrag

Lufthansa plant den Erwerb von 41 Prozent der italienischen ITA Airways, der Nachfolgegesellschaft der insolventen Alitalia. Der Konzern erhofft sich von diesem Schritt erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, erklärte, dass man sich einen Ergebnisbeitrag in dreistelliger Millionenhöhe verspreche. Diese Erwartung sei Grundlage für die Entscheidung gewesen, in das italienische Unternehmen zu investieren. Nach seinen Angaben könnte ITA nach Swiss die zweithöchste Rendite unter den Auslandstöchtern des Konzerns liefern. Die Synergieeffekte sollen sich innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der Übernahme bemerkbar machen.
Die zunächst geplante Beteiligung von 41 Prozent an ITA bietet Lufthansa die Möglichkeit, ihre Anteile auf 90 Prozent zu erhöhen. Diese Option könne laut Spohr noch in diesem Jahr gezogen werden, sei jedoch aus heutiger Sicht nicht für 2025 vorgesehen. Der vollständige Erwerb der Airline bleibt ein erklärtes Ziel des Unternehmens, jedoch sei es momentan von Vorteil, die italienische Regierung weiterhin als Partner einzubinden.
Der formelle Abschluss des Einstiegs bei ITA soll laut Spohr und Berichten der Nachrichtenagentur Reuters am heutigen Tag erfolgen. Neben der Übernahme der italienischen Airline äußerte sich Spohr auch zu möglichen weiteren Investitionen. Auf die Frage nach einer Beteiligung an der portugiesischen TAP teilte er mit, dass es keinen neuen Stand gebe. Dennoch betonte er die Bedeutung der Konsolidierung in der Luftfahrtbranche, um mit globalen Spitzenanbietern Schritt halten zu können.
In Bezug auf die lettische Fluggesellschaft Air Baltic erklärte Spohr, dass sie ein wichtiger Partner für Lufthansa sei. Entscheidungen über mögliche Veränderungen der Eigentumsanteile lägen jedoch bei der lettischen Regierung, die Hauptanteilseignerin der Airline ist.
Für das laufende Jahr zeigt sich der Lufthansa-Chef optimistisch. Der Branchenverband IATA prognostiziert ein Wachstum von mehr als vier Prozent für die Luftfahrtindustrie. Spohr erwartet für den Lufthansa-Konzern ein überdurchschnittliches Wachstum, da nach der Corona-Krise weiterhin Nachholbedarf besteht. Die Zielmarke von 40 Milliarden Euro Umsatz soll erstmals erreicht werden – auch ohne den Beitrag von ITA.
