Lufthansa mit Rekordumsatz, aber Gewinneinbruch
Streiks, hohe Kosten und Kapazitätsanstieg belasten das Geschäftsergebnis

Die Lufthansa verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz, konnte jedoch trotz der hohen Nachfrage und vollen Flugzeuge weniger Gewinn erwirtschaften. Die Konzern-Airlines, darunter Lufthansa, Swiss, Austrian und Eurowings, beförderten insgesamt 131 Millionen Passagiere, was einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 37,6 Milliarden Euro, womit das Jahr 2024 als das umsatzstärkste in der Unternehmensgeschichte gilt.
Auch die Auslastung der Flüge erreichte einen neuen Höchstwert. Der sogenannte Sitzladefaktor, ein zentraler Indikator in der Branche, lag bei 83,1 Prozent nach 82,9 Prozent im Vorjahr. Besonders die Sommermonate Juli und August verzeichneten eine hohe Nachfrage mit einer Auslastung von knapp 88 Prozent, was sie zu den stärksten Monaten in der Geschichte des Unternehmens machte.
Trotz der positiven Entwicklungen beim Umsatz und der Passagierzahlen fiel das bereinigte Betriebsergebnis um 39 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn sank um knapp 18 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die Kernmarke Lufthansa Airlines musste im Tagesgeschäft sogar Verluste hinnehmen, das operative Ergebnis reduzierte sich um fast eine Milliarde Euro und lag bei minus 94 Millionen Euro. Dagegen konnten die Tochtergesellschaften Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik ihr operatives Ergebnis verbessern.
Für die finanziellen Einbußen der Kernmarke werden mehrere Faktoren verantwortlich gemacht. Die erste Jahreshälfte war von Streiks, verspäteten Flugzeugauslieferungen und operativen Herausforderungen an den Drehkreuzen geprägt. Zudem führten branchenweit steigende Kapazitäten zu sinkenden Durchschnittserlösen. Besonders die gestiegenen Kosten, insbesondere am Standort Deutschland, belasteten das Geschäftsergebnis zusätzlich. Im weiteren Jahresverlauf konnte das Unternehmen jedoch eine Verbesserung verzeichnen, und das vierte Quartal übertraf das operative Ergebnis des Vorjahres.
Für das laufende Jahr plant der Vorstandschef Carsten Spohr eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Ein Sanierungsprogramm soll dazu beitragen, die Position der Lufthansa als führende Fluggesellschaft außerhalb der USA zu stärken. Spohr bezeichnet 2025 als ein "Jahr der Transformation" mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
An der Börse wurden die präsentierten Zahlen und der Ausblick des Konzerns positiv aufgenommen. Der Aktienkurs der Lufthansa stieg um bis zu 8,9 Prozent auf 7,82 Euro und führte damit die Liste der stärksten Werte im MDAX an. Analysten gehen davon aus, dass die erwarteten höheren Erträge und die gestiegene Nachfrage nach Flugreisen zur positiven Marktreaktion beigetragen haben. Auch die geplante Kapazitätserweiterung wurde als ein Signal für weiteres Wachstum gewertet.
