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Lufthansa fordert Extra-Gebühren für spezielle Sitzplätze

Neue Preismodelle für Komfort und Luxus sorgen für Kritik und Diskussionen

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Lufthansa fordert Extra-Gebühren für spezielle Sitzplätze

Die Lufthansa setzt mit ihren neuen Sitzplatzgebühren in der Luftfahrtbranche ein deutliches Zeichen. Für die exklusive Nutzung der Allegris-Suite Plus, eigentlich für zwei Personen konzipiert, wird künftig ein Aufpreis von mindestens 1900 Euro verlangt. Dieser Betrag kommt zusätzlich zu den regulären Kosten eines First-Class-Flugs, die beispielsweise auf der Strecke von Frankfurt nach New York etwa 13.000 Euro betragen. Die Maßnahme unterstreicht den Branchentrend, mit individuellen Sitzplatzoptionen zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Die Preise gelten ab sofort für Flüge ab dem 30. März und umfassen eine breite Palette an Optionen in der neuen Allegris-Kollektion. Für einen Business-Class-Sitz mit extra Privatsphäre am Fenster werden mindestens 100 Euro fällig, während ein Sitz mit mehr Platz 130 Euro kostet. Besonders kostspielig ist die neue Business-Class-Suite mit eigenen Türen, die mit mindestens 400 Euro zu Buche schlägt. Auch in der Economy-Klasse werden Gebühren erhoben, etwa für mehr Beinfreiheit ab 50 Euro. Lediglich der Standardsitz in der Business-Klasse und die regulären First-Class-Suiten bleiben ohne Zusatzkosten.

Die Einführung dieser Gebühren ist Teil eines strategischen Vorhabens der Lufthansa, die Einnahmen in den gehobenen Ticketklassen weiter zu steigern. Laut Konzernchef Carsten Spohr müsse man beim Verkauf der Sitze noch effizienter werden. Trotz einer positiven Entwicklung nach der Pandemie und wachsendem Interesse an Luxusreisen sieht das Management hier Potenzial zur Optimierung. Die wachsende Bedeutung von Zusatzeinnahmen, den sogenannten Ancillary Revenues, spiegelt sich auch in globalen Zahlen wider. Diese stiegen im aktuellen Jahr auf 148,4 Milliarden Dollar und machen mittlerweile fast 15 Prozent des Gesamtumsatzes der Fluggesellschaften aus.

Die Praxis, für zusätzliche Leistungen Gebühren zu erheben, wurde ursprünglich von Billigfluggesellschaften eingeführt und hat sich längst bei den Premium-Anbietern etabliert. Allerdings geraten Netzwerk-Airlines wie die Lufthansa zunehmend unter Druck. Während Billigfluggesellschaften ihre Zusatzeinnahmen ausbauen konnten, verzeichneten Premium-Anbieter zuletzt Rückgänge. Kunden dieser Airlines erwarten häufig, dass gewisse Extras im Ticketpreis enthalten sind, was das Dilemma der etablierten Anbieter verdeutlicht.

Die neuen Gebühren stoßen jedoch nicht nur auf Akzeptanz. Verbraucherschützer und Politiker kritisieren die zunehmende Aufsplittung von Leistungen und deren separate Bepreisung. In den USA wurden Vertreter großer Airlines jüngst vor dem Senat befragt, wobei Sitzplatzgebühren und andere Praktiken als „Junk Fees“ bezeichnet wurden. Kritiker wie Senator Richard Blumenthal prangerten an, dass allein Sitzplatzreservierungen Einnahmen von mehreren Milliarden Dollar generierten. Die Airlines verteidigen ihr Vorgehen mit dem Argument, den Passagieren mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten.

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