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Lufthansa City hebt ab: Neuer Name, alte Qualität

Kostensenkung und erhöhte Produktivität bei Kurz- und Mittelstreckenflügen im Fokus

2 Min
Lufthansa City hebt ab: Neuer Name, alte Qualität

Der erste Flug der neuen Fluggesellschaft Lufthansa City ist am Mittwochmorgen von München nach Birmingham abgehoben. Die Flugnummer begann mit VL statt mit dem üblichen LH und verwirrte möglicherweise einige Passagiere. Dies markiert den Beginn einer neuen Airline innerhalb des Lufthansa-Konzerns, die darauf abzielt, die Kosten auf Kurz- und Mittelstreckenflügen zu senken. Die Geschäftsführung verspricht, dass die Kunden die gewohnte Qualität erwarten können, obwohl der Fokus eindeutig auf Kosteneffizienz liegt.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr verfolgt mit der Gründung von Lufthansa City das Ziel, wettbewerbsfähigere Tarifverträge und eine höhere Produktivität zu erreichen. Dies ist notwendig, da die Hauptmarke Lufthansa Airlines auf Kurz- und Mittelstrecken nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Das Problem der Kundenzufriedenheit, die im letzten Jahr signifikant gesunken ist, könnte jedoch bestehen bleiben. Der Net Promoter Score, der die Wahrscheinlichkeit misst, mit der Kunden eine Dienstleistung weiterempfehlen, sank von 33 auf 27 Punkte, was weit unter der internen Zielvorgabe von 50 liegt. Die Unzufriedenheit der Kunden resultiert oft aus Problemen bei der Gepäckbeförderung und der Lösung von Betriebsstörungen.

Die Einführung von Lufthansa City erhöht die Komplexität für die Passagiere. Fragen zur Gepäckabholung, Umbuchungen und Kundenservice könnten durch die neue Marke komplizierter werden. Dies stellt eine Herausforderung dar, um das Versprechen zu halten, die gleiche Qualität wie bei der Hauptmarke Lufthansa zu bieten. Trotz dieser Herausforderungen sieht das Management keine Alternative zur neuen Tochtergesellschaft, um die Kostenstruktur zu verbessern und im Wettbewerb bestehen zu können.

Der Vorstand argumentiert, dass Premiumqualität zu Premiumpreisen nur auf Langstreckenflügen umsetzbar ist. Auf Kurzstreckenflügen sollen nun andere, kostengünstigere Airlines eingesetzt werden, ähnlich wie es bereits mit Eurowings und Discover praktiziert wird. Lufthansa City soll insbesondere die sogenannten Zubringerflüge in Frankfurt und München übernehmen, die bisher von Cityline durchgeführt wurden. Die Tarifverträge von Cityline sind jedoch restriktiv und behindern weiteres Wachstum.

Während Lufthansa City nicht nur als Ersatz für Cityline gedacht ist, sondern auch neues Wachstum im Europaverkehr bringen soll, bleibt die Kritik intern und extern bestehen. Großaktionär Klaus-Michael Kühne und Arbeitnehmervertreter äußerten Bedenken hinsichtlich der Vielzahl von Marken und Produkten sowie der Arbeitsbedingungen bei der neuen Tochtergesellschaft. Lufthansa City-Chef Jens Fehlinger betont jedoch, dass wettbewerbsfähige Entgelte angestrebt werden und man sich in Tarifgesprächen mit den Gewerkschaften befindet.

Die neue Fluggesellschaft startet mit einer Airbus A320neo und drei kleineren A319 von München aus. Geplant ist die Erweiterung der Flotte auf bis zu 80 Flugzeuge und die Eröffnung einer Basis in Frankfurt im nächsten Jahr. Trotz interner Bedenken und externer Kritik bleibt das Management optimistisch, dass Lufthansa City ein erfolgreicher Schritt zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung im europäischen Flugverkehr sein wird.

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