Lufthansa bringt den A380 zurück in den Dienst
Am Donnerstag wird nun erstmals seit über drei Jahren ein A380 der Lufthansa abheben

Aufgrund einer gestiegenen Nachfrage hat die Lufthansa beschlossen, das größte Passagierflugzeug der Welt, den A380, wieder einzusetzen. Vor drei Jahren wurde der A380 aufgrund seiner Größe und hohen Kosten ausgemustert. Zusätzlich fehlte es während der Pandemie an Nachfrage.
Die Lufthansa hatte im September 2021, während des Höhepunkts der Pandemie, ihre A380-Flugzeuge mit der Begründung, dass sie zu groß und zu teuer seien, vorübergehend stillgelegt. Das letzte eingesetzte Flugzeug hatte damals 449 Passagiere von Bangkok nach Frankfurt befördert. Insgesamt verfügte die Lufthansa über eine Flotte von 14 A380-Flugzeugen, die zwischen 2010 und 2015 in Betrieb genommen wurden.
Am Donnerstag wird nun erstmals seit über drei Jahren ein A380 der Lufthansa abheben. Der Flug startet von München nach Boston, und ab Juli wird eine weitere Verbindung zum Flughafen JFK in New York hinzukommen. Im Herbst sind Flüge nach Bangkok und Los Angeles geplant, wie Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger gegenüber tagesschau.de erklärte.
Die Lufthansa plant, die A380 noch mehrere Jahre im Dienst zu halten. Laut Rittberger sind Flugzeuge, die noch nicht ausgeliefert wurden, derzeit der Grund für Verzögerungen. Die Lufthansa erwartet eine Lieferung dieser Flugzeuge in naher Zukunft.
Die gesamte A380-Flotte der Lufthansa wird in München stationiert sein. Vorübergehend werden vier A380-Flugzeuge wieder aktiviert, während zwei als Reserve verbleiben. Es ist noch nicht entschieden, ob auch diese beiden Flugzeuge wieder in Betrieb genommen werden.
Die Entscheidung, den A380 wieder einzusetzen, wirft die Frage auf, ob ein derart großer Flugzeugtyp in Zeiten von Sparmaßnahmen und der Klimakrise sinnvoll ist. Die Lufthansa gibt keine genauen Informationen zu den Kosten der Wiederindienststellung an, betont jedoch, dass sich der A380 lohne. Im Vergleich zur derzeit eingesetzten kleineren Maschine, der A340-600, bietet der A380 80 Prozent mehr Sitzplätze. Darüber hinaus soll er auch umweltfreundlicher sein und 20 Prozent weniger Kerosin und CO2 verbrauchen, wie Rittberger erklärt. Aufgrund des hohen Nachfragedrucks buchen Gäste gezielt Flüge mit der A380.
Die Lufthansa war nach Emirates und Singapore Airlines der drittgrößte Kunde des A380 mit 14 Flugzeugen. Aufgrund von Vertragsverpflichtungen musste Airbus sechs davon zurücknehmen. Acht Flugzeuge wurden während der Corona-Zeit stillgelegt. Auch andere Fluggesellschaften haben sich teilweise vom A380 abgewandt. Emirates, der größte Kunde von Airbus mit 123 bestellten Maschinen, reduzierte seine Bestellungen, woraufhin Airbus im Jahr 2019 beschloss, die Produktion des A380 einzustellen.
Im letzten Sommer stieg die Nachfrage nach Flugzeugen, begünstigt durch Lieferengpässe bei Airbus und Boeing für andere Modelle. Es mangelte an bereits bestellten, aber noch nicht gelieferten Flugzeugen. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr betonte, dass jedes am Boden stehende Flugzeug schmerze.
Die Kapazitäten des A380 werden dringend benötigt, da er bis zu 509 Passagiere aufnehmen kann. Laut Lufthansa könnten durch den Einsatz der A380 in diesem Sommer zusätzlich 50.000 Passagiere befördert werden. Im nächsten Jahr sollen mindestens eine Million zusätzliche Passagiere von der Lufthansa in A380-Flugzeugen transportiert werden, die sonst keinen Flug angeboten bekommen hätten. Die Lufthansa sieht nun eine Chance für Wachstum.
Was nach 2027 mit den A380-Flugzeugen passieren wird, ist derzeit noch ungewiss. Der A380 flog erstmals im April 2005, und der erste Linienflug erfolgte 2007 mit einer Maschine der Singapore Airlines, die mit anderthalbjähriger Verspätung ausgeliefert wurde.
