Lufthansa beharrt im Tarifstreit auf Position
Gewerkschaftsforderungen zur Altersversorgung bleiben ohne Aussicht auf Zugeständnisse

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Jens Ritter, hat die Forderungen der Vereinigung Cockpit im anhaltenden Tarifkonflikt erneut deutlich zurückgewiesen. Die Pilotengewerkschaft verlangt Verbesserungen bei der betrieblichen Altersversorgung, sieht dabei jedoch weiterhin keine ausreichende Bewegung seitens des Unternehmens. Ritter betonte, dass die bestehenden Regelungen bereits zu den attraktivsten der Branche zählen und eine weitere Ausweitung finanziell nicht darstellbar sei. Nach seinen Angaben verfüge die Airline nicht über die Mittel, um das geforderte Niveau der Zusatzleistungen zu erreichen.
Die Gewerkschaft hatte dem Konzern zuletzt mehr Zeit eingeräumt, um ein verbessertes Angebot vorzulegen, und erklärte, vorerst auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten. Der Dialog zwischen beiden Seiten zieht sich seit mehreren Monaten hin. Während der bisherigen sieben Verhandlungsrunden konnte keine Einigung erzielt werden. Ende September hatten sich die Mitglieder der Vereinigung Cockpit in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für mögliche Streiks ausgesprochen, sollte es zu keiner Annäherung kommen.
Ritter verwies darauf, dass für viele Crews andere Punkte mehr Gewicht hätten. So sei die anhaltende Verringerung der Kurzstreckenflotte ein Thema, das die Beschäftigten stark beschäftige. Aus Sicht des Airline-Chefs müsse es darum gehen, Perspektiven zu schaffen und den Rückgang der Kapazitäten auf innerdeutschen Strecken zu stoppen. Hier könne er sich konkrete Zusagen vorstellen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die tariflichen Forderungen zur Alters- und Übergangsversorgung zurückgestellt würden.
Parallel zu dem Tarifkonflikt hatte Lufthansa zuvor angekündigt, den Inlandsflugplan aus Kostengründen zu reduzieren. Obwohl keine innerdeutsche Route eingestellt wird, fallen im neuen Sommerflugplan rund 50 wöchentliche Flüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München weg. Die Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Anpassung, mit der das Unternehmen auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert.
Die Vereinigung Cockpit fordert im Tarifkonflikt höhere Arbeitgeberbeiträge für die Betriebsrenten von rund 4.800 Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo. Der ursprüngliche Vorschlag sah eine Verdreifachung des Arbeitgeberanteils vor. Trotz mehrfacher Verhandlungsrunden fanden beide Seiten bislang keine Lösung, die den unterschiedlichen Positionen gerecht wird. Weitere Gespräche stehen aus, während die Gewerkschaft ihre grundsätzliche Bereitschaft für Arbeitskampfmaßnahmen aufrechterhält.
