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Lucid-Chef Rawlinson tritt zurück

Deutscher Marc Winterhoff übernimmt kommissarisch und steht vor großen Herausforderungen

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Lucid-Chef Rawlinson tritt zurück

Peter Rawlinson, CEO des Elektroautoherstellers Lucid, hat überraschend seinen Rückzug von der operativen Führung bekanntgegeben. Der 67-jährige Ingenieur wird künftig als strategischer technischer Berater für den Verwaltungsratsvorsitzenden Turqi Alnowaiser tätig sein. Die Nachfolge von Rawlinson als CEO ist noch nicht geklärt, aber kommissarisch übernimmt Marc Winterhoff den Posten. Winterhoff, der ursprünglich aus Deutschland stammt und an der TU Darmstadt in Wirtschafts- und Elektroingenieurwesen ausgebildet wurde, war zuvor bei Arthur D. Little und Roland Berger tätig und trat im Dezember 2023 in das Silicon Valley-Unternehmen ein.

Rawlinson hatte den Elektroautohersteller Lucid maßgeblich geprägt und galt als eine der Schlüsselfiguren hinter der Entwicklung der Fahrzeuge. Doch trotz der technologischen Fortschritte, die Lucid in den Bereichen Reichweite und Fahrzeugdesign erzielte, konnte das Unternehmen bislang keine profitablen Ergebnisse vorweisen. Lucid verbuchte im Jahr 2024 einen Verlust von etwa drei Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 807 Millionen Dollar und konnte nur 10.214 Fahrzeuge absetzen, was einen Verlust von rund 300.000 Dollar pro Fahrzeug zur Folge hatte. In den letzten Jahren gab es immer wieder Gerüchte über eine drohende Pleite von Lucid, doch der saudi-arabische Staatsfonds PIF, der mittlerweile 60 Prozent der Anteile an Lucid hält, sicherte das Unternehmen finanziell ab.

Lucid verfolgt eine ambitionierte Produktionsstrategie und strebt für das laufende Jahr eine Verdopplung der Fahrzeugproduktion auf 20.000 Einheiten an. Trotz dieser Ziele ist die Finanzlage des Unternehmens angespannt. Die Firma verfügt zwar noch über vier Milliarden Dollar an liquiden Mitteln, doch für ein Unternehmen, das jährlich mehrere Milliarden Dollar an Verlusten erwirtschaftet, ist dies wenig. Zudem sind die hohen Preise der Lucid-Modelle wie die Limousine Air und das SUV Gravity ein Hindernis für den breiten Markterfolg, zumal die Steuervergünstigungen für Elektroautos in den USA abgeschafft werden.

Winterhoff steht vor der Herausforderung, das Unternehmen zu stabilisieren und die angestrebten Produktionsziele zu erreichen. Lucid muss dringend neue Finanzierungsquellen erschließen, um den Betrieb weiterführen zu können, da das Unternehmen ohne frisches Kapital möglicherweise nicht langfristig wettbewerbsfähig bleiben kann. Ein weiteres Risiko stellt die zunehmende Konkurrenz aus China und der möglichen Erholung der traditionellen Autohersteller dar, die ebenfalls in den Elektrofahrzeugmarkt eintreten.

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