Luca De Meo gibt Chefposten bei Renault ab
Wechsel in die Luxusbranche – Kering als möglicher nächster Karriereschritt im Gespräch

Renault-Chef Luca De Meo wird sein Amt niederlegen. Der italienische Top-Manager kündigte seinen Rückzug vom französischen Autobauer an, den er fünf Jahre lang geführt hat. Wie der Konzern mitteilte, habe sich De Meo dazu entschlossen, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen – allerdings nicht mehr in der Automobilbranche. Der Rücktritt soll zum 15. Juli wirksam werden.
Die Entscheidung kam überraschend. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Renault-Gruppe hatte De Meo eine zentrale Rolle in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns gespielt. Dennoch zieht er nun einen klaren Schnitt. Über die genauen Beweggründe oder seine künftigen Pläne machte Renault keine weiteren Angaben.
Ein Bericht der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ liefert allerdings erste Hinweise auf die mögliche neue berufliche Richtung des 56-Jährigen. Demnach könnte De Meo die Führung des Luxusgüterkonzerns Kering übernehmen. Das Unternehmen gehört dem französischen Milliardär Francois-Henri Pinault, der bislang eine Doppelrolle als Vorstandschef und Verwaltungsratsvorsitzender innehat. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.
Kering zählt zu den bedeutendsten Konzernen im Bereich Mode und Luxusgüter. Zum Portfolio gehören international bekannte Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent, Balenciaga und Bottega Veneta. Der mögliche Wechsel eines renommierten Automanagers an die Spitze eines Mode-Imperiums wäre ein bemerkenswerter Branchenwechsel.
Luca De Meo hatte seine Karriere in der Automobilindustrie über Jahrzehnte aufgebaut. Bevor er 2020 die Leitung bei Renault übernahm, war er unter anderem für Fiat, Audi und Seat tätig. Seine Führungszeit bei Renault war geprägt von umfassenden Reformen und der Umsetzung einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die Renault-Gruppe muss nun kurzfristig eine Nachfolgeregelung finden. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt. Auch zur Übergangszeit äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht. Innerhalb der Branche wird De Meos Rückzug genau beobachtet, da er als eine der prägenden Figuren der europäischen Autobranche der letzten Jahre gilt.
