Lowe's übertrifft Erwartungen: Umsatz steigt um über 10 Prozent
Der US-Baumarktriese Lowe's schlägt die Wall-Street-Prognosen trotz schwachem Immobilienmarkt deutlich.

Lowe's hat im vierten Geschäftsquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Nettogewinn sank zwar von 1,13 Milliarden Dollar auf 999 Millionen Dollar, doch bereinigt um Einmaleffekte erzielte das Unternehmen ein Ergebnis je Aktie von 1,98 Dollar. Der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 18,55 Milliarden Dollar um mehr als 10 Prozent.
Besonders positiv überraschten die vergleichbaren Umsätze – eine Kennzahl, die Einmaleffekte ausschließt. Sie legten im Quartal um 1,3 Prozent zu und lagen damit deutlich über den von Analysten erwarteten 0,2 Prozent. Als Wachstumstreiber nannte das Unternehmen Zuwächse bei Profi-Handwerkern, im Online-Handel sowie ein starkes Weihnachtsgeschäft.
CEO Marvin Ellison zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: Die Strategie des Unternehmens finde sowohl bei Heimwerkern als auch bei Profi-Handwerkern Anklang, auch wenn höhere Hypothekenzinsen und rückläufige Immobilienverkäufe die gesamte Branche belasteten.
Jahresprognose enttäuscht Analysten
Für das laufende Gesamtjahr erwartet Lowe's einen Umsatz zwischen 92 und 94 Milliarden Dollar – ein Plus von rund 7 bis 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 12,25 und 12,75 Dollar liegen. Damit blieb die Prognose jedoch hinter dem Analystenkonsens von 12,95 Dollar zurück, was die Aktie im vorbörslichen Handel unter Druck setzte.
Die vergleichbaren Umsätze sollen laut Unternehmensausblick stabil bleiben oder um bis zu 2 Prozent zulegen. Damit zeigt sich Lowe's vorsichtiger als von der Wall Street erhofft – ein Muster, das auch Konkurrent Home Depot am Vortag vorgab, als dieser ebenfalls eine konservative Jahresprognose vorlegte.
Akquisitionen stärken das Profi-Geschäft
Um sich gegen das schwierige Branchenumfeld zu wappnen, hat Lowe's zuletzt kräftig in Übernahmen investiert. Im vergangenen Jahr erwarb das Unternehmen für rund 8,8 Milliarden Dollar Foundation Building Materials, einen Distributor von Baustoffen für große Wohn- und Gewerbeprojekte. Hinzu kam der Kauf der Artisan Design Group für etwa 1,33 Milliarden Dollar, die Design- und Installationsdienstleistungen für Hausbauer anbietet.
Das Kalkül dahinter: Profi-Handwerker und Bauunternehmer gelten als stabilere Umsatzquelle als Privatverbraucher, die angesichts hoher Kreditkosten und gestiegener Immobilienpreise größere Renovierungsprojekte aufschieben. Lowe's reagiert damit auf denselben strukturellen Druck, unter dem auch Home Depot leidet.
Parallel dazu setzt Lowe's auf neue Vertriebskanäle: Ein Marktplatz für Drittanbieter erweitert das Sortiment, Kooperationen mit Influencern steigern die Sichtbarkeit in sozialen Medien, und ein neu aufgelegtes Kinderprogramm soll junge Familien ansprechen. An der Börse zeigt sich der Erfolg dieser Strategie: Im bisherigen Jahresverlauf legte die Lowe's-Aktie fast 16 Prozent zu – weit mehr als der S&P 500 mit rund 1 Prozent.
