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Londoner Börse bricht ein: Nahost-Eskalation trifft FTSE 100 hart

Der britische Leitindex FTSE 100 verliert fast zwei Prozent, während Anleger den Nahost-Konflikt und die Bank of England im Blick behalten.

2 Min
Londoner Börse bricht ein: Nahost-Eskalation trifft FTSE 100 hart

Die Londoner Börse hat am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der FTSE 100 sank bis 10:20 Uhr GMT um 1,9 Prozent, während der Mid-Cap-Index FTSE 250 sogar 2 Prozent verlor und damit den niedrigsten Stand seit November des Vorjahres erreichte. Auslöser war die erneute Eskalation im Nahen Osten, die die Risikobereitschaft der Anleger weltweit dämpfte.

Der Iran hatte Energieanlagen im gesamten Nahen Osten angegriffen – als Reaktion auf einen israelischen Angriff auf das iranische South-Pars-Gasfeld. Diese Entwicklung markiert eine erhebliche Eskalation des Konflikts und trieb die Ölpreise sprunghaft in die Höhe. Einzig der Energiesektor profitierte davon und kletterte um 0,9 Prozent auf ein Rekordhoch.

Schwere Verluste bei Bergbau und Banken

Die meisten anderen Sektoren gerieten unter erheblichen Druck. Metallminenwerte brachen um 7,2 Prozent ein und gehörten damit zu den größten Verlierern des Tages. Bankaktien verloren 3,7 Prozent, wobei HSBC besonders unter Druck stand: Die Aktie fiel um 2,7 Prozent, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass die Großbank den Abbau von bis zu 20.000 Stellen erwägt.

Zusätzlich zur geopolitischen Unsicherheit warteten die Märkte gespannt auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England, die für 12:00 Uhr GMT erwartet wurde. Vor Ausbruch des Nahost-Konflikts galt eine Zinssenkung als nahezu sicher. Nun scheint die Zentralbank jedoch davon abzusehen und dürfte sich angesichts der möglichen inflationären Auswirkungen des Krieges bewusst vage zu ihren nächsten Schritten äußern.

Auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich derweil eine interessante Entwicklung: Die britischen Löhne stiegen in den drei Monaten bis Januar so langsam wie seit Ende 2020 nicht mehr. Offizielle Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Abschwächung am Arbeitsmarkt vor Beginn des Nahost-Konflikts möglicherweise ihre Talsohle erreicht hatte.

IG Group als Lichtblick

Ein positiver Ausreißer war die IG Group, die um 5,5 Prozent auf ein Rekordhoch stieg. Der Finanzdienstleister hatte mitgeteilt, Übernahmen, Partnerschaften und sogar einen möglichen Wegzug aus London zu prüfen, um schneller wachsende Märkte zu erschließen. Diese Ankündigung begeisterte Investoren und hob die Aktie deutlich aus dem allgemeinen Abwärtstrend heraus.

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