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Lilium kämpft ums Überleben

Investorengelder verzögern sich, Gehälter bleiben aus, erneute Insolvenz droht

2 Min
Lilium kämpft ums Überleben

Der insolvente Elektroflugzeugbauer Lilium befindet sich in einer kritischen Phase. Das bayerische Start-up, das seit zehn Jahren an elektrisch betriebenen Fluggeräten arbeitet, hatte am Heiligabend verkündet, dass ein Investorenkonsortium das Unternehmen übernehmen wolle. Die Mobile Uplift Corporation (MUC) hatte einen Kaufvertrag für das Betriebsvermögen der Lilium-Tochtergesellschaften unterzeichnet, und 750 zuvor entlassene Mitarbeiter sollten wieder eingestellt werden. Auch das Management zeigte sich damals optimistisch, dass der Abschluss der Transaktion Anfang Januar erfolgen würde.

Doch der Vollzug des Deals, das sogenannte Closing, ist bis heute nicht erfolgt. Die Lage im Unternehmen ist angespannt, wichtige Prozesse verzögern sich, und Geschäftspartner reagieren zunehmend besorgt. Rund 1000 Angestellte warten weiterhin auf ihre Gehaltszahlung für den Monat Januar, da auf den relevanten Konten das nötige Geld fehlt. Sollte die Finanzierung bis Ende der Woche nicht gesichert werden, droht eine Rückabwicklung des Verkaufs und damit möglicherweise das endgültige Aus für Lilium. Bei einer Mitarbeiterversammlung äußerte das Management Zweifel daran, dass die Transaktion noch abgeschlossen werden kann.

Die Gründe für die Verzögerung der zugesagten Gelder sind unklar. Lilium wollte hierzu keine Stellung nehmen. Der slowakische Investor Marian Boček, bekannt durch sein Engagement im Bereich der Batterietechnologie mit dem Unternehmen Inobat, versuchte indes, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu beruhigen. Boček, der 150 Millionen Euro in den Neustart von Lilium investieren will, erklärte, technische Probleme bei der Banktransaktion seien der Grund für die Verzögerung. Diese Probleme seien jedoch gelöst, und die Gehaltszahlungen sollten in Kürze erfolgen.

Das Investorenkonsortium, zu dem neben Boček auch der Berliner Tech-VC 468 Capital, der US-amerikanische Immobilienfonds Fifth Wall und der deutsche Batteriehersteller CustomCells gehören, plant insgesamt 200 Millionen Euro zu investieren. Trotz der Zusicherungen bleibt die Belegschaft skeptisch. Der Betrieb wurde bis auf Weiteres pausiert, da ohne Gehaltszahlungen keine Arbeitsleistung erbracht werden muss. Am Produktionsstandort in Gauting herrscht daher derzeit Stillstand.

Der Finanzbedarf von Lilium ist erheblich. Laut Gesellschafter Frank Thelen benötigt das Unternehmen monatlich mehr als zehn Millionen Euro für Mieten, Zulieferer und Gehaltszahlungen. Thelen und weitere Unternehmer hatten Anfang Januar fünf Millionen Euro als Überbrückungshilfe zur Verfügung gestellt. Diese Mittel reichen jedoch nicht aus, um den Betrieb langfristig zu sichern. Für eine stabile Zukunftsperspektive werden kurzfristig mindestens 200 Millionen Euro an weiteren Investitionen benötigt.

Lilium FinanzkriseInvestitionenLuftverkehr

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