Lilium in der Krise: Ausstehende Gehälter belasten Zukunft
Technische Probleme und finanzielle Engpässe verzögern Rettung des Flugtaxi-Herstellers

Der bayerische Flugtaxi-Hersteller Lilium befindet sich weiterhin in einer schwierigen finanziellen Lage. Obwohl Ende Dezember ein Investorenkonsortium das Unternehmen aus der Insolvenz übernommen hat, bestehen erhebliche Probleme bei der Umsetzung der Rettungsmaßnahmen. Hunderte Angestellte warten nach wie vor auf ihre Gehaltszahlungen für den Monat Januar, da es an den notwendigen finanziellen Mitteln auf den Firmenkonten mangelt.
Lilium, bekannt für die Entwicklung elektrisch betriebener Senkrechtstarter, meldete Ende Oktober Insolvenz an, nachdem eine erhoffte staatliche Finanzierung ausblieb. Vor der Insolvenz beschäftigte das Unternehmen weltweit über 1000 Personen. Im Rahmen der ersten Restrukturierungsmaßnahmen erhielten 200 Mitarbeitende Mitte Dezember Kündigungen, kurz darauf wurden weitere 750 Angestellte entlassen.
Trotz der Übernahme durch das Konsortium Mobile Uplift Corporation, das sich später in Lilium Aerospace GmbH umbenannte, konnten die Gehälter nicht pünktlich ausgezahlt werden. Der Eigentumsübergang und die Übertragung der Vermögenswerte an die neue GmbH verzögerten sich aufgrund technischer Probleme. Dies führte dazu, dass das Management nicht auf die benötigten finanziellen Ressourcen zugreifen konnte.
Die betroffenen Mitarbeitenden wurden am 29. Januar per E-Mail über die ausbleibenden Zahlungen informiert. Die Nachricht erklärte, dass die Komplexität des Eigentumstransfers für die Verzögerung verantwortlich sei. Trotz der Ankündigung, dass die finanziellen Mittel bald verfügbar wären, warten viele Beschäftigte weiterhin auf ihr Gehalt. Einige Mitarbeitende haben daraufhin ihre Arbeit niedergelegt, während andere Protestaktionen vor dem Firmensitz planen.
Das Investorenkonsortium, zu dem Earlybird, General Capital, Customcells, Fifth Wall und 468 Capital gehören, hatte eine Finanzierung in Höhe von 200 Millionen Euro zugesichert. Dennoch ist unklar, wann diese Mittel vollständig verfügbar sein werden. Zusätzlich sollen laut Berichten mehrere frühere Angestellte Kündigungsschutzklagen eingereicht haben, was zu weiteren finanziellen Belastungen führen könnte.
Die Verpflichtung des Konsortiums umfasst nicht nur die Zahlung der Gehälter für die wieder eingestellten Mitarbeitenden, sondern auch für jene, die im Rahmen der Restrukturierung entlassen wurden, da ihre Kündigungsfristen noch laufen. Diese Situation führt zu einem erheblichen finanziellen Druck, der die Zukunft des Unternehmens weiterhin ungewiss erscheinen lässt.
