Lilium erhält Unterstützung durch neue Investorengruppe
Rettung des Flugzeugentwicklers MUC übernimmt, 200 Millionen Euro Kapital gesichert

Der insolvente Flugzeugentwickler Lilium hat mit der Mobile Uplift Corporation (MUC) eine neue Investorengruppe gefunden, die den Betrieb des Unternehmens sichern soll. Zu den Investoren gehören unter anderem der Risikokapitalgeber Earlybird, der bereits 2023 bei Lilium eingestiegen war und die Rettung des Unternehmens federführend koordinierte. Zudem ist die General Capital Group, hinter der der deutsche Investor Philipp Schoeller steht, Teil der Gruppe. Schoeller, der bislang nicht in der Luftfahrtbranche aktiv war, gründete MUC als Vorratsgesellschaft, die nun weitere Investoren wie den US-Finanzinvestor Fifth Wall einbindet.
Eine besondere Rolle spielt Customcells, ein Unternehmen, das auf leistungsstarke Batteriezellen spezialisiert ist und bereits seit längerem mit Lilium kooperiert. Customcells gehört ebenfalls zu den neuen Geldgebern, während einige bestehende Aktionäre und Gläubiger ebenfalls ihre Beteiligung angekündigt haben. Namen wurden jedoch nicht veröffentlicht, auch wenn Branchenkreise den Risikokapitalgeber Atomico nennen, hinter dem Skype-Mitgründer Niklas Zennström steht.
Lilium ist insbesondere für die Entwicklung eines elektrischen Senkrechtstarters bekannt. Die börsennotierte Muttergesellschaft Lilium N.V. ist zwar insolvent und wertlos geworden, die Vermögenswerte befinden sich jedoch in der Lilium GmbH und der Lilium eAircraft GmbH. MUC plant, diese beiden Gesellschaften zu erwerben. Zwar hat der Gläubigerausschuss der Dachgesellschaft dem Kauf bereits zugestimmt, allerdings steht die Zustimmung der Gläubigerausschüsse der beiden operativen Gesellschaften noch aus. Diese Ausschüsse müssen erst durch das Gericht bestellt werden.
Die Rettung des Unternehmens bringt Hoffnung für die Belegschaft. Nachdem im Dezember bereits über 200 von 1000 Mitarbeitern gekündigt worden waren, sollen nun rund 750 Beschäftigte zurückgeholt werden. Eine endgültige Nachricht hierzu steht jedoch aus, da weiterhin offene Fragen im Raum stehen. Für viele der Mitarbeiter war die Ankündigung eines Investors an Heiligabend dennoch ein Lichtblick.
Die finanzielle Grundlage für die Entwicklung des elektrischen Jets bis zur Marktreife scheint gesichert. MUC hat Ende Dezember eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Euro notariell beurkundet. Dieses Kapital soll die verbleibenden Entwicklungskosten decken. Allerdings reichen die Mittel nicht aus, um eine Serienfertigung aufzubauen. Daher führt MUC bereits Gespräche mit möglichen Partnern und Großkunden, unter anderem in den Golfstaaten. Unklar bleibt, ob die arabische Fluggesellschaft Saudia, die bereits 50 Lilium-Jets bestellt hat, in diese Pläne involviert ist.
Die Insolvenzmeldung von Lilium im Oktober verdeutlichte die Herausforderungen, die mit der Entwicklung neuer Fluggeräte verbunden sind. Hohe Kosten und die Absage staatlicher Hilfen hatten die Situation verschärft. Auch Wettbewerber wie Volocopter gerieten zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten.
