Kyocera verlagert Produktion und investiert in Inlandanlagen
Der japanische Hersteller reagiert auf den eingeschränkten Zugang Chinas zu fortschrittlicher Technologie und den Handelsstreit mit den USA

Die USA schränken den Zugang Chinas zu fortgeschrittener Technologie ein und machen damit die Produktion von Exportgütern in China unrentabel, so der Chef von Kyocera, einem der weltweit größten Hersteller von Chip-Komponenten. Das Unternehmen verlagert seine Produktion in andere Länder und investiert verstärkt in Anlagen im Inland.
Laut Hideo Tanimoto, Präsident des Unternehmens, funktioniert das Geschäftsmodell, in China herzustellen und im Ausland zu exportieren, nicht mehr. Nicht nur seien die Löhne gestiegen, sondern durch die Spannungen zwischen den USA und China sei es auch schwierig, von China aus in einige Regionen zu exportieren. Kyocera hat einen 70-prozentige globalen Marktanteil für Keramikkomponenten für die Herstellung von Chip-Equipment.
Die Produkte von Kyocera umfassen unter anderem Handys, Drucker und Solarmodule. Die US-Exportkontrollen waren laut Tanimoto auch ein Grund, warum Kyocera seine Prognose für den operativen Gewinn für das Gesamtjahr um 31 Prozent senkte. Es sei fast unmöglich, Hardware in China herzustellen, ohne Zugang zur von den verschärften Bestimmungen betroffenen Chip-Technologie zu haben.
Kyocera hat sich zunehmend im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt verfangen. Im Jahr 2019 verlegte das Unternehmen die Herstellung von Kopierern für den US-Markt von China nach Vietnam, um den von der Trump-Regierung verhängten Zöllen auf China auszuweichen. Auch die Produktion von Kameras für US-Fahrzeuge wurde von China nach Thailand verlagert.
Kyocera hat unter Tanimoto seine Investitionsstrategie aggressiv erweitert und investiert in neue Wachstumsmöglichkeiten. Im November hat das Unternehmen angekündigt, die Kapitalausgaben in den nächsten drei Jahren fast zu verdoppeln, um die Produktion von Chip-bezogenen Komponenten und Kondensatoren für Smartphones und andere Produkte zu erweitern. Der erste inländische Werk wird ein Elektronik-Komponentenwerk in Nagasaki sein, das 2026 seinen Betrieb aufnehmen soll.
Investoren haben Kyoceras kühnere Investitionspläne begrüßt, fordern jedoch auch eine Verbesserung der Unternehmensführung und Eigenkapitalrendite durch den Verkauf des 15-prozentigen Anteils an KDDI, einem Telekommunikationsunternehmen, das vom Gründer der Gruppe, Kazuo Inamori, gegründet wurde. Tanimoto sagte, das Unternehmen werde seinen Anteil an KDDI nicht reduzieren, sondern als Sicherheit nutzen, um 500 Milliarden Yen für seine Akquisitionspläne in der Elektronikkomponenten zu leihen.
