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Kupfer-ETF COPX: Warum das Angebot die Nachfrage nicht deckt

S&P Global zählt kaum noch neue Kupferlagerstätten, während KI-Rechenzentren den Bedarf treiben – der Global X Copper Miners ETF profitiert.

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Kupfer-ETF COPX: Warum das Angebot die Nachfrage nicht deckt

Steigende Nachfrage trifft auf ein schrumpfendes Angebot – bei jedem Gut oder Rohstoff führt das zu höheren Preisen. Genau diese Konstellation prägt derzeit den Kupfermarkt, und das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage wird zunehmend unausgewogener. Daten des Analysehauses S&P Global zeigen, wie angespannt die Lage auf der Angebotsseite inzwischen ist.

Zwischen 1990 und 2025 wurden weltweit insgesamt 263 große Kupferlagerstätten entdeckt. Der Großteil dieser Funde stammt jedoch aus den 1990er Jahren, in denen neue Entdeckungen in den meisten Jahren im zweistelligen Bereich lagen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der neu entdeckten Lagerstätten dagegen auf null gesunken: Von 2021 bis 2025 gab es jeweils nur eine Entdeckung pro Jahr, im Jahr 2025 keine einzige.

Selbst wenn in den kommenden Jahren neue Lagerstätten gefunden werden, werden sie so schnell nichts produzieren. Im Durchschnitt dauert es 17,5 Jahre, bis eine neue Lagerstätte die Produktionsphase erreicht. Die Genehmigungsverfahren sind langwierig und komplex, und neuere Lagerstätten liegen tendenziell viel tiefer in der Erde – ihre Erschließung nimmt mehr Zeit in Anspruch und verursacht höhere Kosten.

Auf der anderen Seite der Gleichung steht eine stark steigende Nachfrage. Die massiven Investitionen in Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) können nicht ohne Kupfer fortgesetzt werden. Das Metall liefert die Kabel, die diese riesigen Anlagen verbinden, sowie zahlreiche weitere elektrische Komponenten.

Wie viel Kupfer ein Rechenzentrum verschlingt, beziffert die Copper Development Association: Ein herkömmliches Rechenzentrum benötigt zwischen 5.000 und 15.000 Tonnen Kupfer. KI-Rechenzentren können pro Anlage bis zu 50.000 Tonnen benötigen. Hinzu kommen weitere Schlüsseltechnologien mit hohem Kupferbedarf, darunter Solarenergie und Elektrofahrzeuge.

Die Details

Die Preisentwicklung spiegelt diese Knappheit wider. Der Kupferpreis ist im vergangenen Jahr um 48 Prozent gestiegen – von etwa 4,63 US-Dollar pro Pfund auf etwa 6,89 US-Dollar pro Pfund Anfang September, was einem Allzeithoch entspricht. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Analyse lag der Preis nur wenige Cent unter diesem Rekordhoch.

Zu den Instrumenten, mit denen Anleger an dieser Entwicklung teilhaben können, zählt der Global X Copper Miners ETF (COPX). Er bietet Zugang zu einer breiten Palette von Kupferbergbauunternehmen. Das Fondsvermögen beläuft sich derzeit auf rund 8,4 Milliarden US-Dollar.

Der Fonds hält rund 44 verschiedene Aktien von Kupferbergbauunternehmen, darunter Unternehmen wie Freeport-McMoRan, Hudbay Minerals und Southern Copper. Keine einzelne Aktie macht mehr als 6 Prozent des Fonds aus. Der börsengehandelte Fonds ist in diesem Jahr um etwa 24 Prozent und im vergangenen Jahr um 64 Prozent gestiegen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 22.05.2026 berichtete aktien.news, dass sich Kupfer wie eine KI-Aktie am Markt verhält. Kupfer gilt seit Jahrzehnten als zuverlässiger Seismograph der globalen Industriekonjunktur, doch derzeit wetten Anleger darauf, dass der rasant steigende Stromverbrauch für Künstliche Intelligenz einen massiven Nachfrageschub auslösen wird – und treiben die Preise entsprechend in die Höhe. Das hochleitfähige Metall ist für den Aufbau von Rechenzentren und den Ausbau von Stromnetzen unverzichtbar.

Am 07.06.2026 berichtete aktien.news über sechs KI-Infrastruktur-Aktien für die nächsten fünf Jahre. Der Aktienmarkt werde von einem einzigen Megatrend dominiert: den massiven Investitionen der sogenannten Hyperscaler in KI-Infrastruktur. Unternehmen wie Meta Platforms, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, Amazon und Alphabet haben ihre Investitionsausgaben für KI-Rechenzentren in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht. Laut McKinsey & Company gaben Unternehmen weltweit im vergangenen Jahr fast eine Billion US-Dollar für Rechenzentren aus – bis 2030 soll dieser Wert auf vier Billionen US-Dollar steigen.

Am 19.06.2026 meldete aktien.news ein Comeback der Kupferaktien. Zwei Kupferaktien schafften den Sprung in den IBD 50, eine Watchlist für vielversprechende Wachstumsaktien des US-Finanzmediums Investor's Business Daily. Treiber dieser Entwicklung war die stark steigende Nachfrage nach Kupfer, die vor allem auf das explosive Wachstum von Rechenzentren zurückzuführen ist. Im Fokus standen Southern Copper (SCCO) und Ero Copper (ERO). Während Southern Copper aufgrund eines Kursrückgangs wieder von der IBD-50-Liste rutschte, blieb Ero Copper weiterhin auf der Wachstumsaktien-Watchlist vertreten.

Erst am 17.09.2026 berichtete aktien.news, dass Mirae Asset Global Investments am Dienstag, dem 15. September, den ersten kupferbezogenen ETF für Bergbauunternehmen in Hongkong aufgelegt hat. Der Global X Copper Miners ETF notiert seitdem an der Stock Exchange of Hong Kong unter den Tickersymbolen 3014 und 9014. Der Fonds startete mit einem Ausgabepreis von einem US-Dollar pro Aktie bei einer Basisstückzahl von 100 Aktien. Er folgt dem Solactive Copper Miners Index und wählt bis zu 30 qualifizierte Unternehmen aus dem Solactive GBS Global Markets All Cap USD Index basierend auf der gesamten Marktkapitalisierung aus.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Kombination aus strukturell knappem Angebot und wachsender Nachfrage der zentrale Punkt. Die Entdeckungszahlen von S&P Global zeigen, dass die Pipeline neuer Projekte praktisch leer ist, während die Nachfrage aus dem KI-Ausbau weiter zulegt. Die lange Vorlaufzeit von durchschnittlich 17,5 Jahren bis zur Produktionsreife einer neuen Mine lässt sich nicht kurzfristig verkürzen.

Der Global X Copper Miners ETF bündelt diese Entwicklung in einem einzigen Instrument. Mit rund 44 Positionen und einer Obergrenze von 6 Prozent pro Einzelaktie ist das Fondsportfolio breit gestreut – ein einzelnes Bergbauunternehmen kann den Fonds also nicht dominieren. Allerdings handelt es sich um einen Branchen-ETF: Er hängt stark vom Kupferpreis und von der Stimmung gegenüber Rohstoff- und Bergbauaktien ab.

Wer über den ETF nachdenkt, sollte die bereits erzielten Kursgewinne im Blick behalten. Der Fonds ist in diesem Jahr um etwa 24 Prozent und im vergangenen Jahr um 64 Prozent gestiegen. Ein Teil dieser Gewinne könnte wieder abgegeben werden, wenn die Begeisterung der Anleger für KI-bezogene Aktien schwankt. Diese Einschätzung stammt aus der zugrunde liegenden Analyse und ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Die Analyse geht davon aus, dass die Kupferpreise und damit auch der Kurs von COPX einen Teil ihrer jüngsten Gewinne zurückgeben könnten, solange die Begeisterung der Anleger für KI-bezogene Aktien schwankt. Langfristig steht für den Autor jedoch die Ungleichgewichtssituation zwischen Angebot und Nachfrage im Vordergrund – zusammen mit der langen Verzögerung bei der Erschließung neuer Minen, die den Bedarf aus dem Ausbau der KI-Infrastruktur decken müssten.

Auf der Terminseite bleibt festzuhalten: Der Global X Copper Miners ETF ist seit dem 15. September auch an der Stock Exchange of Hong Kong handelbar. Neue große Kupferlagerstätten sind nach den vorliegenden Daten zuletzt nicht mehr entdeckt worden – im Jahr 2025 keine einzige.

Kurz erklärt

  • ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index oder einen Korb von Werten abbildet und wie eine Aktie gehandelt wird.
  • Kupferlagerstätte: Eine natürlich vorkommende Konzentration von Kupfererz, die wirtschaftlich abgebaut werden kann.
  • Rechenzentrum: Eine Anlage, in der Server und Netzwerktechnik für Datenverarbeitung und Datenspeicherung betrieben werden.
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