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Kreuzfahrten im Aufwind: Beliebtheit steigt weiter

Jüngere Zielgruppen und ökologische Herausforderungen prägen die Branche.

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Kreuzfahrten im Aufwind: Beliebtheit steigt weiter

Kreuzfahrten erfreuen sich derzeit wachsender Beliebtheit, insbesondere während der Sommerferien. Laut dem Branchenverband Cruise Lines International Association (CLIA) übertraf das Passagieraufkommen im Jahr 2023 das Niveau von 2019 um sieben Prozent, und es wird erwartet, dass die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere bis 2027 jährlich um durchschnittlich sechs Prozent steigen wird. Dabei sind nicht nur Wiederholungsreisende oder Rentner auf den großen Schiffen zu finden. Analysten sehen bei einigen Aktien der boomenden Branche noch erhebliches Kurspotenzial, nachdem die Kurse während der Corona-Pandemie stark gefallen waren.

Mehr als ein Viertel der Passagiere der letzten zwei Jahre war zum ersten Mal auf einer Kreuzfahrtreise, und über 42 Prozent der Reisenden gehören den Generationen Alpha, Z und den Millennials an, die jünger als 43 Jahre sind. Nedko Geshev, Analyst beim britischen Finanzdienstleister Activtrades, sieht darin eine große Chance für die Branche, jüngere Menschen für Kreuzfahrten zu gewinnen. Besonders Expeditions- und Entdeckungsreisen, bei denen abgelegene Gebiete besucht und die Natur mit Schlauchbooten oder Kajaks erkundet wird, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Passagierzahlen in diesem Sektor sind im Vergleich zu 2019 um 71 Prozent gestiegen.

Dennoch steht die Branche wegen des hohen Ausstoßes von Treibhausgasen in der Kritik. Laut Geshev ist die Klima- und Umweltschädlichkeit die größte Herausforderung für die Kreuzfahrtbranche. Derzeit werden nur vier der weltweit eingesetzten Schiffe mit Biotreibstoff betrieben, während sieben im Bau befindliche Schiffe auf Methanol oder grünen Wasserstoff setzen. Das Ziel der Branche, bis 2050 klimaneutral zu werden, scheint angesichts dieser Zahlen noch weit entfernt. Erst im Frühjahr hatten Aida und Tui Cruises ihr Netto-Null-Ziel vom Jahr 2040 auf 2050 verschoben.

An der Börse verläuft die Entwicklung der Kreuzfahrtaktien unterschiedlich. Christian Henke, Senior Analyst beim Onlinebroker IG, erklärt, dass die Aktien der Kreuzfahrt-Reedereien eher im Zick-Zack-Kurs fahren. Ein Beispiel dafür ist Carnival Cruise Line, zu dessen Tochterunternehmen Aida gehört. Trotz einer hohen Verschuldungsquote und Zinssorgen, die den Kurs belasteten, meldete Carnival für das zweite Quartal ein Rekordergebnis von 560 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen prognostiziert für das laufende Jahr ein Wachstum des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von fast 40 Prozent.

Auch Royal Caribbean konnte zuletzt überzeugen und hob seine Aussichten für das laufende Jahr an. Das US-Kreuzfahrtunternehmen erwartet ein Gewinnwachstum von 60 Prozent und meldet steigende Ticketpreise sowie höhere Verbraucherausgaben an Bord. Analysten sind jedoch geteilter Meinung über die zukünftige Kursentwicklung. Während Carnival noch 28 Prozent Kurspotenzial zugesprochen wird, sehen Analysten bei Royal Caribbean nur noch fünf Prozent. Dennoch wird Royal Caribbean aufgrund seiner starken Gewinnprognosen und eines niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von 14,7 gegenüber 17,5 bei Carnival von vielen als attraktivere Investition bewertet. Norwegian Cruise Line, ein weiterer großer Anbieter, meldete ebenfalls bessere Quartalszahlen als erwartet und prognostiziert für das laufende Jahr einen Nettogewinn von 680 Millionen US-Dollar.

Die Kreuzfahrtbranche zeigt also ein gemischtes Bild: Während die Passagierzahlen und Gewinne steigen, bleibt die Herausforderung der Umweltfreundlichkeit bestehen, und auch die Kursentwicklungen der Aktien sind uneinheitlich. Analysten sehen weiterhin Potenzial in der Branche, doch die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie die Kreuzfahrtunternehmen mit den ökologischen Herausforderungen umgehen und ihre Flotten nachhaltiger gestalten.

Royal CaribbeanAktienKreuzfahrt

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