Kreml begrüßt AfD-Dialogbereitschaft und kritisiert Kanzler Merz
Moskau zeigt sich offen für Gespräche mit der AfD und attackiert Merz' Russland-Kurs.

Der Kreml hat am Dienstag sein Interesse an einem Dialog mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) bekundet und gleichzeitig Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen konfrontativen Umgang mit Russland scharf kritisiert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Position der AfD zu den Beziehungen zu Moskau als attraktiv für Russland.
Peskow sagte gegenüber Reportern, die AfD sei eine in Deutschland derzeit populäre politische Kraft, die ein stetiges Wachstum verzeichne. Die Partei hatte am Sonntag bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern den ersten Platz belegt. Zuvor hatte die AfD bereits in Sachsen-Anhalt den Sieg davongetragen, was den politischen Druck auf Kanzler Merz weiter erhöht.
Hintergrund der Annäherungsversuche
In der vergangenen Woche waren Berichte bekannt geworden, wonach der wichtigste Wirtschaftsunterhändler von Präsident Wladimir Putin und die Führung der AfD Vorbereitungen für ein Treffen im kommenden Jahr getroffen hätten. Dabei soll es um die Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland nach Deutschland gehen. Peskow erklärte jedoch, er habe keine Informationen über gemeldete Versuche der AfD, Kontakt mit Moskau aufzunehmen.
Gleichzeitig kritisierte der Kreml-Sprecher Bundeskanzler Merz scharf. Er wies darauf hin, dass Merz ausschließlich konfrontative Äußerungen über Russland getätigt habe. Die Haltung des Kanzlers stehe damit im deutlichen Gegensatz zur Dialogbereitschaft der AfD.
Wachsender politischer Einfluss der AfD
Die AfD ist für ihre migrationskritische Haltung bekannt und konnte in jüngeren Regionalwahlen in Deutschland erheblich an Unterstützung gewinnen. Die jüngsten Erfolge in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt unterstreichen den Aufwärtstrend der Partei, die zunehmend als relevante politische Kraft wahrgenommen wird.
Die Entwicklung sorgt in der deutschen Politik für Diskussionen. Während die AfD ihre Wahlerfolge als Bestätigung ihres Kurses wertet, sehen Kritiker die Annäherung an Moskau mit Sorge. Die Frage nach der künftigen Energieversorgung Deutschlands und den Beziehungen zu Russland bleibt damit ein zentrales politisches Thema.
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