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Kospi-Crash: Südkoreanische Privatanleger flüchten nach Rekordvolatilität

Nach einem monatlichen Verlust von 22% und vier Circuit-Breaker-Aussetzungen verkaufen südkoreanische Privatanleger in Rekordhöhe.

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Kospi-Crash: Südkoreanische Privatanleger flüchten nach Rekordvolatilität

Südkoreanische Privatanleger haben am Freitag eine Rekordsumme an im Kospi gelisteten Aktien verkauft. Die schwere Marktumkehr im Juli erschütterte das Vertrauen der Anleger und löste scharfe Kritik an der Regierung von Präsident Lee Jae Myung aus. Der Kospi erholte sich zwar am Freitag um 18%, beendete den Juli jedoch mit einem monatlichen Verlust von 22% – dem stärksten Rückgang seit der globalen Finanzkrise 2008.

Die Dimension der Volatilität zeigt sich an einem historischen Detail: Der Handel mit Indexwerten wurde im Laufe des Monats viermal durch sogenannte Circuit-Breaker unterbrochen. Das stellt einen Rekord bei Handelsaussetzungen dar und verdeutlicht das außergewöhnliche Ausmaß der Marktverwerfungen. Circuit-Breaker sind automatische Schutzmechanismen, die den Handel bei extremen Kursbewegungen vorübergehend stoppen, um Panikverkäufe einzudämmen.

Gehebelte ETFs als Brandbeschleuniger

Vorausgegangen war ein massiver Kapitalzufluss durch Privatanleger. Im Mai und Juni hatten diese rund 78 Billionen Won – umgerechnet etwa 54,2 Milliarden US-Dollar – in Kospi-Aktien investiert. Angetrieben wurde dieser Boom durch die Marktreformkampagne der Regierung sowie die Einführung von gehebelten Single-Stock-ETFs. Diese Exchange-Traded Funds boten ein verstärktes Engagement in einzelnen Unternehmen und lockten damit viele unerfahrene Anleger an.

Genau diese Produkte wurden jedoch für die Verschärfung der Marktschwankungen verantwortlich gemacht. Als die Kurse fielen, versuchten gehebelte Anleger überstürzt, ihre konzentrierten Positionen aufzulösen – was die Abwärtsspirale weiter beschleunigte. Die südkoreanischen Behörden reagierten und setzten Mitte Juli die Neuzulassungen von gehebelten Single-Stock-ETFs vorübergehend aus. Weitere Maßnahmen zur Marktstabilisierung und zur Beschränkung des Zugangs von Privatanlegern zu Hochrisikoprodukten wurden angekündigt.

Samsung und SK Hynix im Zentrum des Sturms

Der Ausverkauf konzentrierte sich auf Südkoreas größte Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz. Samsung Electronics verlor im Juli 21% seines Wertes, während SK Hynix sogar um 35% einbrach. Beide Speicherchiphersteller zusammen machen mehr als die Hälfte des Kospi aus – der breitere Index ist damit stark von der Stimmung gegenüber künstlicher Intelligenz und den Ausgaben im Halbleitersektor abhängig.

Trotz des Juli-Einbruchs bleibt die langfristige Performance der beiden Schwergewichte beeindruckend. Die Aktien von Samsung haben sich seit Anfang 2025 mehr als vervierfacht, die Papiere von SK Hynix sind sogar fast um das Zehnfache gestiegen. Der Kospi gehört auch im Jahr 2026 weiterhin zu den weltweit leistungsstärksten großen Indizes.

Analysten erklärten, der Rückgang im Juli spiegele eher die Kombination aus überfüllten KI-Trades, Margin-Finanzierungen und gehebelten Produkten wider als ein grundsätzliches Scheitern der Investitionsthese für künstliche Intelligenz. Die eigentliche Herausforderung liegt nun im Wiederaufbau des Anlegervertrauens. Weitere Schwankungen bei Technologie- und Halbleiteraktien bleiben möglich, solange Anleger gehebelte Positionen weiter abbauen. Besonders schwierig dürfte die Lage für jene Trader sein, die nahe der Höchststände in den Markt eingestiegen sind oder Kredite für ihre Investitionen aufgenommen haben.

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