KOSPI bricht um 11% ein: Handelsstopp in Südkorea ausgelöst
Geopolitische Spannungen zwischen USA und Iran schicken den südkoreanischen Leitindex in den freien Fall.

Der südkoreanische Aktienmarkt erlebte am Mittwoch einen dramatischen Einbruch. Der KOSPI-Index verlor zeitweise bis zu 11,5% und fiel auf 5.059,45 Punkte – ein Rückgang, der automatisch einen sogenannten Circuit Breaker der Stufe 1 aktivierte. Der Handel wurde daraufhin für 20 Minuten vollständig ausgesetzt.
Nach der Handelspause konnte der Index die schlimmsten Verluste etwas begrenzen und notierte zuletzt noch rund 8% im Minus. Dennoch summieren sich die Verluste seit dem Rekordhoch der Vorwoche auf bis zu 18%. Die seit Jahresbeginn aufgelaufenen Gewinne halbierten sich damit auf rund 20%.
Auslöser des Ausverkaufs war die stark gestiegene Risikoaversion infolge des Kriegsausbruchs zwischen den USA und dem Iran am Wochenende. Hinzu kamen Sorgen über steigende Energiepreise und eine mögliche inflationäre Wirkung durch Störungen in der globalen Energieversorgung. Anleger nutzten die Gelegenheit, nach der starken Rallye der vergangenen Wochen Gewinne mitzunehmen.
Chip- und Autowerte besonders hart getroffen
Die Verkaufswelle traf vor allem jene Sektoren, die den KOSPI-Anstieg im Januar und Februar maßgeblich angetrieben hatten. Samsung Electronics verlor 6,5%, der Speicherchiphersteller SK Hynix gab 4,7% nach. Besonders hart traf es den Automobilkonzern Hyundai Motor mit einem Minus von fast 10%.
Samsung stand dabei unter zusätzlichem Druck: Einem Medienbericht zufolge verzögert sich der Start der Massenproduktion im neuen Chipwerk im texanischen Taylor von 2026 auf 2027. Diese Nachricht belastete die Aktie zusätzlich zu den allgemeinen Marktturbulenzen.
Sowohl inländische als auch ausländische Investoren trennten sich von südkoreanischen Aktien. Käufe institutioneller Anleger konnten den Abwärtsdruck kaum abfedern. Der KOSPI hatte in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 von einem starken KI-Optimismus profitiert und war um fast 50% gestiegen – ein Niveau, das die Märkte nun anfällig für Gewinnmitnahmen gemacht hatte.
