Konsumklima fällt auf tiefsten Stand seit 15 Jahren
Hartnäckige Inflation und Zukunftsängste dämpfen den Konsum

Die aktuelle Kauflaune in Deutschland hat sich merklich gedämpft, und dies auf ein Niveau, das zuletzt vor 15 Jahren beobachtet wurde. Dies geht aus den neuesten Erkenntnissen der Marktforschungsunternehmen GfK und NIM hervor, die eine Abnahme ihres Konsumklima-Indikators für November um 1,4 Punkte auf minus 28,1 Punkte prognostizieren.
Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklungen ist die hartnäckige Inflation, die die Kaufkraft der Verbraucher stark beeinträchtigt. Ein geflügeltes Wort unter den Verbrauchern lautet derzeit: "Alles wird teurer". Besonders die hohen Nahrungsmittelpreise belasten die Haushaltsbudgets, sodass private Konsumausgaben nicht mehr als konjunkturelle Stütze gesehen werden können. Obwohl die Konjunkturerwartungen privater Haushalte leicht positiver ausfallen, ist eine signifikante Erholung laut den Marktforschern in diesem Jahr unwahrscheinlich. Zusätzlich hat die Einkommenserwartung der Verbraucher wieder nachgelassen, da sie, wie Rolf Bürkl vom NIM betont, fest im Griff der Inflation stehen.
Ein weiterer Punkt, der zur Verbraucherskepsis beiträgt, ist die steigende Anzahl von Firmenpleiten. Dies, kombiniert mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, hat zu einer größeren Besorgnis und Unsicherheit geführt, die die Kauflaune der Verbraucher dämpft. Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhauses Hauck Aufhäuser Lampe, drückt es treffend aus: "Zuversicht und Optimismus sind derzeit nicht weit verbreitet." Er fügt hinzu, dass hauptsächlich Zukunftsängste den Konsum belasten und die Wirtschaft auf einem Rezessionspfad halten.
Interessant ist, wie diese Daten gesammelt wurden. Die GfK führt monatliche Interviews mit den Verbrauchern durch, um ihre Konjunktur-, Einkommens- und Anschaffungserwartungen zu ermitteln. In einem kürzlichen Zeitraum vom 5. bis 16. Oktober wurden rund 2.000 Menschen befragt. Die Daten werden jetzt in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) ausgewertet. Dieses Konsumklima berücksichtigt alle privaten Konsumausgaben, von Einzelhandelskäufen über Dienstleistungen und Reisen bis hin zu Miet- und Gesundheitsdienstleistungen.
