Konjunkturpaket beflügelt chinesische Börsen
Investoren uneins über Details – Immobilienwerte und Ölpreise im Fokus

Die chinesischen Börsen verzeichneten am Montag einen Aufschwung, nachdem die Regierung in Peking ein neues Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft angekündigt hatte. Der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Unternehmen an den Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen umfasst, stieg um 1,8 Prozent und notiert nun bei 3956 Punkten. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Hongkonger Leitindex einen leichten Rückgang von 0,2 Prozent auf 21.214 Punkte. Die Börse in Tokio blieb wegen eines Feiertags geschlossen.
Analysten merkten an, dass einige Marktteilnehmer fehlende Details zu den staatlichen Konjunkturplänen bemängelten, insbesondere hinsichtlich des genauen Umfangs der Maßnahmen. Ausländische Investoren, die hauptsächlich an der Hongkonger Börse tätig sind, zeigten weniger Vertrauen in die chinesische Regierung im Vergleich zu den einheimischen Investoren. Dies erklärten Analysten der Bank Morgan Stanley in einer Stellungnahme. Gleichzeitig wies Christopher Wong, Anlagestratege bei der OCBC Bank, darauf hin, dass durchdachte und zielgerichtete Maßnahmen Zeit bräuchten. Jedoch sei es wichtig, dass diese schnell umgesetzt werden, da die Märkte mit großer Spannung auf konkrete Ergebnisse warten.
Insbesondere die Aktien von Immobilienunternehmen, die eine Schlüsselrolle in der chinesischen Wirtschaft spielen und seit Jahren mit einer anhaltenden Krise konfrontiert sind, profitierten von den angekündigten Maßnahmen. Die Branchenindizes der Immobilienwerte an den Börsen in Shenzhen und Hongkong verzeichneten einen Zuwachs von etwa drei Prozent. Während sich die Aktienkurse erholten, konnte die chinesische Währung, der Yuan, nicht von den Entwicklungen profitieren. Der US-Dollar legte hingegen um 0,2 Prozent auf 7,0774 Yuan zu.
Anleger in China reagierten unterschiedlich auf die vagen Ankündigungen der Regierung, die am Wochenende gemacht wurden. Besonders die Hilfen für den angeschlagenen Immobiliensektor sorgten bei vielen Investoren für Hoffnung. Laut den Analysten von Morgan Stanley bewerten vor allem inländische Anleger die Restrukturierung der Schulden von Lokalregierungen und des Immobiliensektors als wichtig.
Auf dem Rohstoffmarkt führte die Sorge um eine nachlassende Nachfrage aus China zu einem Rückgang der Ölpreise. Die Nordsee-Sorte Brent fiel um 1,2 Prozent auf 78,09 Dollar pro Barrel, während das US-Öl WTI ebenfalls um 1,2 Prozent auf 74,63 Dollar fiel.
An der Wall Street hatte sich die Stimmung zum Ende der vergangenen Woche verbessert, nachdem die US-Großbanken einen erfolgreichen Start in die Berichtssaison verzeichnet hatten. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,0 Prozent auf 42.864 Punkte, der S&P 500 legte um 0,6 Prozent auf 5815 Punkte zu, und der Nasdaq erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 18.343 Stellen.
