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Konflikt um ZF-Investitionen in Tschechien

Arbeitnehmervertreter warnen vor Jobverlusten an deutschen Standorten

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Konflikt um ZF-Investitionen in Tschechien

Der Autozulieferer ZF steht aufgrund geplanter Investitionen in Tschechien im Mittelpunkt eines Konflikts mit den Arbeitnehmervertretern. Konkret geht es um den Ausbau des bestehenden Logistikzentrums im tschechischen Ostrov. Die Arbeitnehmervertretung befürchtet, dass diese Erweiterung mittelfristig zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland führen könnte. Betroffen wären Standorte in Friedrichshafen, Schweinfurt, Passau, Bremen, Langenhagen, Saarbrücken sowie diverse Servicestandorte.

ZF betont, dass der Ausbau nicht der Kostensenkung diene, sondern der Verkürzung von Lieferzeiten. Die Aftermarket-Sparte, der das Logistikzentrum zugeordnet ist, soll laut Unternehmensangaben durch gezielte Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte stärken. Dennoch zweifeln die Arbeitnehmervertreter an den Absichten des Vorstands. Achim Dietrich, Gesamtbetriebsratschef, kündigte massiven Widerstand an und kritisierte den Vorstand scharf. Er wirft dem Unternehmen vor, Lohndumping durch Verlagerung in Billiglohnländer zu betreiben.

Der Aftermarket-Bereich boomt, was mit der steigenden Lebensdauer von Fahrzeugen und einem wachsenden Fahrzeugbestand zusammenhängt. Während 2012 Fahrzeuge in der EU im Schnitt 9,3 Jahre genutzt wurden, lag dieser Wert 2022 bei 12,3 Jahren. Prognosen zufolge soll der Fahrzeugbestand in Europa von 353 Millionen im Jahr 2022 bis 2029 auf rund 383 Millionen anwachsen, was den Bedarf an Ersatzteilen erhöht.

ZF liefert von Schweinfurt aus weltweit Produkte wie Kupplungen und Stoßdämpfer. Die Logistik dort ist stark ausgelastet, mit täglich 1100 Sendungen und einer gestiegenen Anzahl von Palettenlieferungen. Trotz der positiven Entwicklung sorgen sich die Betriebsräte um die Zukunft, da in ein bis zwei Jahren Beschäftigungsvereinbarungen auslaufen. Der Betriebsrat befürchtet, dass danach Arbeitsplätze nach Tschechien verlagert werden könnten.

Philippe Colpron, Leiter der Aftermarket-Sparte bei ZF, betonte, dass es nicht um den Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland gehe. Vielmehr solle das Logistiknetzwerk optimiert werden, um Risiken zu minimieren und Wachstumschancen zu nutzen. Verzögerungen des Projekts würden ZF hohe Kosten verursachen. Der Betriebsrat sieht dies jedoch als Angriff auf deutsche Standorte und forderte die Rücknahme der Entscheidung für den Ausbau in Ostrov sowie die Prüfung von Alternativen. In der Aftermarket-Sparte von ZF Friedrichshafen AG sind in Deutschland etwa 2400 Menschen an 14 Standorten beschäftigt.

ZF FriedrichshafenMitarbeiterTschechienDeutschland

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