Kleine Aktien, große Chancen in Europa
Ein Zürcher Fonds entdeckt verborgene Gewinner abseits der bekannten Börsennamen

Wer sich abseits der großen europäischen Börsennamen umsieht, entdeckt im Fonds Bellevue Entrepreneur Europe Small eine Reihe von Unternehmen, die mit Stabilität und Wachstum überzeugen. Der Fonds wird in Zürich gemanagt und konzentriert sich auf kleinere europäische Aktiengesellschaften, die langfristig erfolgreich sind und häufig von Unternehmern selbst geführt werden. Fondsmanagerin Birgitte Olsen setzt dabei auf eine gezielte Auswahl, die Chancen in weniger beachteten Märkten nutzt – und gerade das macht ihren Ansatz besonders.
Ein Beispiel für diese Strategie ist die spanische Bankinter aus Madrid, die in diesem Jahr ein Kursplus von rund 70 Prozent erzielt hat. Das Institut profitiert von der robusten Konjunktur in Spanien und einer kontrollierten Expansion nach Portugal und Irland. Niedrige Kreditausfälle, schlanke Kostenstrukturen und der Rückhalt durch die Bankiersfamilie Botín, die auch Anteile an Banco Santander hält, tragen zum Erfolg bei. Der Fokus auf solide Geschäftsmodelle mit starker Eigentümerbasis zeigt sich in vielen Titeln des Fonds.
Auch Laboratorios Rovi gehört dazu. Das spanische Pharmaunternehmen produziert Blutgerinnungshemmer und verschreibungspflichtige Medikamente, teilweise im Auftrag internationaler Konzerne wie Merck & Co. und Novartis. Während der Pandemie war Rovi an der Abfüllung und Auslieferung des Moderna-Impfstoffs beteiligt. Da das Unternehmen nur in geringem Umfang in den USA tätig ist, bleibt es weitgehend von dortigen Zollbelastungen verschont und profitiert von einer stabilen europäischen Nachfrage.
Mit dem Baskenländer Unternehmen Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) setzt Olsen auf die Stärke des europäischen Infrastrukturmarkts. CAF baut Züge und – nach der Übernahme eines polnischen Herstellers – auch Elektrobusse der Marke Solaris, die inzwischen in mehreren Ländern, darunter Deutschland, unterwegs sind. Der anhaltende Ausbau öffentlicher Verkehrssysteme könnte dem Unternehmen zusätzlichen Auftrieb geben. Vom gleichen Trend profitiert Metso aus Finnland, ein Spezialist für Brechmaschinen, die beim Recycling von Beton oder in Wiederaufbauprojekten nach Katastrophen eingesetzt werden.
Neben Industrie- und Finanzwerten finden sich im Fonds auch Konsumtitel. Der schwedische Süßwarenproduzent Cloetta, bekannt für Marken wie Red Band und Polly, zählt ebenso dazu wie Invisio, ein Anbieter hochentwickelter Kommunikationssysteme, die unter anderem bei militärischen Sondereinsätzen genutzt werden. Rund zwei Drittel der 45 Fondsunternehmen sind eigentümergeführt, was laut Olsen für langfristig orientiertes Management und effiziente Strukturen sorgt. Die Verschuldung der Firmen liegt unter dem europäischen Durchschnitt, ihre Rentabilität darüber – ein Umfeld, das den Bellevue-Fonds auch künftig attraktiv macht.
