Kingsoft-Aktie springt 9,4%: Jahresgewinn steigt um 29 Prozent
Dank Investitionsgewinnen und KI-Offensive meldet der Hongkonger Softwarekonzern einen deutlichen Ergebnissprung.

Die Aktien von Kingsoft Corp (HK: 3888) haben am Donnerstag im Hongkonger Handel um bis zu 9,4 Prozent auf HK$25,10 zugelegt. Auslöser war die Veröffentlichung starker Jahreszahlen, die trotz eines Umsatzrückgangs einen kräftigen Gewinnanstieg zeigen.
Der den Muttergesellschafts-Aktionären zuzurechnende Nettogewinn kletterte im Geschäftsjahr 2025 um 29 Prozent auf 2,00 Milliarden Yuan (rund 290 Millionen US-Dollar). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 1,16 Yuan auf 1,46 Yuan. Damit übertraf Kingsoft die Erwartungen vieler Analysten deutlich.
Auf der Umsatzseite zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz sank um 6 Prozent auf 9,68 Milliarden Yuan, da das Spielesegment erheblich schwächelte. Die Erlöse aus Spielen und verwandten Dienstleistungen brachen um 28 Prozent ein und belasteten das Gesamtergebnis merklich.
Bürosoftware und Einmaleffekte stützen das Ergebnis
Den Einbruch im Gaming-Bereich konnte das Segment Bürosoftware und Dienstleistungen teilweise ausgleichen, das um 16 Prozent zulegte. Kingsoft positioniert sich hier zunehmend als KI-getriebener Anbieter und investiert massiv in entsprechende Anwendungen. Diese Strategie treibt jedoch auch die Kosten: Der Betriebsgewinn fiel um 51 Prozent auf 1,78 Milliarden Yuan, da Forschungs-, Entwicklungs- und Marketingausgaben deutlich stiegen.
Ein entscheidender Faktor für den starken Nettogewinn war ein Einmaleffekt: Kingsoft verbuchte 1,25 Milliarden Yuan an sonstigen Erträgen, die größtenteils aus einem fiktiven Veräußerungsgewinn an der assoziierten Cloud-Tochter Kingsoft Cloud stammen. Ohne diesen Sondereffekt wäre das Ergebnisbild deutlich nüchterner ausgefallen.
Das Unternehmen schlägt eine Schlussdividende von HK$0,13 je Aktie vor – etwas weniger als die HK$0,15 des Vorjahres. Für die Zukunft kündigte Kingsoft an, weiter in KI-gestützte Büroanwendungen zu investieren, international zu expandieren und neue Spieletitel zu entwickeln, um das Gaming-Geschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
