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Kering-Aktie explodiert: Gucci-Wende lässt Anleger hoffen

Luxuskonzern überrascht positiv – Aktie verzeichnet größten Kurssprung seit 2008

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Kering-Aktie explodiert: Gucci-Wende lässt Anleger hoffen

Die Kering-Aktie erlebte am Dienstag einen spektakulären Kurssprung von bis zu 13 Prozent – der stärkste Anstieg seit der Finanzkrise 2008. Auslöser war die erste Quartalsbilanz des neuen Konzernchefs Luca de Meo, die zwar weiterhin Umsatzrückgänge zeigt, aber deutlich besser ausfiel als von Analysten befürchtet.

Der französische Luxusgüterkonzern, zu dem neben Gucci auch Bottega Veneta, Balenciaga und Yves Saint Laurent gehören, verzeichnete im vierten Quartal einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von drei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Die Problemmarke Gucci büßte erneut zehn Prozent ein – das zehnte Minus-Quartal in Folge. Doch die Zahlen übertrafen die pessimistischen Markterwartungen.

"Die Dynamik ist real – früh, zerbrechlich, aber real", erklärte der ehemalige Renault-Chef de Meo nach seinem ersten Quartal an der Kering-Spitze. Diese vorsichtig optimistische Einschätzung reichte aus, um die Anleger zu elektrisieren. Deutsche Bank-Analysten sehen den Konzern "erst am Anfang eines mehrjährigen Sanierungsprozesses".

Drastische Maßnahmen eingeleitet

Um die Trendwende zu schaffen, hat Kering bereits 75 Boutiquen geschlossen und die Kostenstruktur verschlankt. De Meo kündigte nun verstärkte Investitionen in die Marken und einen Umbau des Management-Teams an, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Für 2026 stellte er Wachstum und steigende Profitabilität in Aussicht: "Wir werden Wachstum sehen, wir werden eine Margensteigerung bei allen Marken sehen."

Im Fokus steht die Sanierung von Gucci, das rund 50 Prozent des Konzernumsatzes und zwei Drittel des Gewinns beisteuert. Die Hoffnungen ruhen auf dem neuen Kreativdirektor Demna Gwassalia, der Ende Februar seine erste Kollektion präsentiert. Seine Designs sollen ab dem zweiten Quartal in den Geschäften verfügbar sein und der Marke neue kreative Impulse verleihen.

Finanzchefin Armelle Poulou berichtete bereits von ersten Erfolgen: Gucci verzeichnete Ende 2025 "in fast allen Regionen" leichte Verbesserungen, getrieben durch neue Produkte und den Absatz von Handtaschen.

Dramatischer Gewinneinbruch

Die Gesamtjahreszahlen unterstreichen die Dringlichkeit der Sanierung. Der operative Gewinn brach 2025 auf 1,63 Milliarden Euro ein – weniger als ein Drittel des Rekordniveaus von 2022. Die operative Marge schmolz auf elf Prozent, während Erzrivale LVMH im selben Zeitraum 22 Prozent erreichte. Dieser Abstand verdeutlicht die Herausforderungen für Kering.

Unter dem Strich wies der Konzern einen Verlust von 29 Millionen Euro aus dem fortgeführten Geschäft aus, hauptsächlich bedingt durch Restrukturierungskosten. Bereinigt erreichte der Nettogewinn 532 Millionen Euro – ein Rückgang von mehr als der Hälfte gegenüber den 1,2 Milliarden Euro des Vorjahres.

Die gesamte Luxusbranche leidet unter der anhaltenden Konsumzurückhaltung in China, wo sich die Verbraucher noch immer nicht vollständig von den Corona-Lockdowns erholt haben. Für Kering kommt erschwerend hinzu, dass der Konzern stärker von Gucci abhängig ist als LVMH von seinen einzelnen Marken – was die Sanierung zur existenziellen Herausforderung macht.

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