Ken Griffin spendet 3 Milliarden Dollar an Carnegie Mellon
Citadel-CEO Ken Griffin spendet 3 Milliarden Dollar an die Carnegie Mellon University – und finanziert damit einen neuen Campus in Miami.

Der Hedgefonds-Milliardär und Citadel-CEO Ken Griffin hat am Mittwoch angekündigt, 3 Milliarden Dollar an die Carnegie Mellon University zu spenden. Ein erheblicher Teil davon – 2 Milliarden Dollar – soll einen neuen Campus in Miami finanzieren. Laut einer Erklärung der Universität handelt es sich um „das größte Einzelgeschenk in der Geschichte der Hochschulbildung". Die Stiftung bezeichnete die Spende als „historisch".
Damit übertrifft Griffin den bisherigen Rekord: Im August 2025 hatten Nike-Mitbegründer Phil Knight und seine Frau Penny 2 Milliarden Dollar an die Oregon Health & Science University gespendet. Griffins Versprechen liegt nun eine Milliarde Dollar über dieser bisherigen Bestmarke.
Griffin, dessen Vermögen Bloomberg zufolge auf 57,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, wird dem Board of Trustees der Carnegie Mellon University beitreten. Für den Investor ist es eine deutliche Ausweitung seines philanthropischen Engagements: Seine bislang größte Einzelspende waren 300 Millionen Dollar an seine Alma Mater, die Harvard University, im Jahr 2023. Bereits 2017 steuerte Griffin 125 Millionen Dollar zur University of Chicago bei, als Citadel noch seinen Hauptsitz in der Windy City hatte.
Miami als neues Zentrum des Engagements
Seit Griffin den Hauptsitz von Citadel 2022 nach Miami verlegte – unter Berufung auf Kriminalitätsbedenken in Chicago –, hat er sich als engagierter Befürworter der Stadt positioniert. Dabei hebt er die geschäftsfreundlichen Richtlinien Floridas, die niedrigen Steuern und die Lebensqualität hervor. In den vergangenen vier Jahren hat er sich als großzügiger Philanthrop in Südflorida etabliert.
Zu seinen jüngsten Zuwendungen zählen jeweils 50 Millionen Dollar an das Krebszentrum der University of Miami, an das Neurowissenschaftsinstitut der Baptist Health Foundation sowie an Success Academy, um die Expansion des Charter-Schulnetzwerks nach Miami zu finanzieren. Die nun angekündigte Milliardenspende markiert einen neuen Höhepunkt dieser Strategie.
Neuer Campus mit ungewöhnlichem Profil
Der neue Campus der Carnegie Mellon University soll sich über 35 Acres im Wynwood-Viertel erstrecken, einem Stadtteil, der für seine Kunstszene bekannt ist. Der Bau soll 2027 beginnen. Die Universität erwartet, dass sie ab 2028 Studierende aufnehmen kann und dass der Campus einmal mehr als 3.500 Studenten unterstützen wird.
Das akademische Programm des neuen Standorts werde sich darauf konzentrieren, gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimaresilienz und nationale Sicherheit anzugehen, anstatt sich auf traditionelle Studienfächer zu stützen. Das geht aus der Pressemitteilung hervor – ein Ansatz, der sich deutlich von klassischen Universitätscurricula unterscheidet.
Kritik an elitären Hochschulen
Bemerkenswert ist die Spende auch vor dem Hintergrund von Griffins öffentlicher Distanz zu etablierten Eliteuniversitäten. Der Investor hat die Führung an elitären Hochschulen wiederholt kritisiert, einschließlich seiner eigenen Alma Mater. Im Jahr 2024 erklärte Griffin gegenüber Leslie Picker von CNBC, dass er Spenden an die Harvard University aufgrund der Reaktion der Hochschule auf Antisemitismus auf dem Campus ausgesetzt habe. Zudem äußerte er scharfe Kritik an führenden Hochschulen.
Für deutsche Beobachter ist die Dimension der Spende bemerkenswert: Während in Deutschland private Großspenden an Universitäten vergleichsweise selten und politisch umstritten sind, gehört das US-amerikanische Modell der milliardenschweren Philanthropie seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Hochschulfinanzierung. Mit dem neuen Campus in Miami verbindet Griffin sein wachsendes Engagement in Florida mit einem der renommiertesten Technologie- und Forschungsstandorte der Vereinigten Staaten.
