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Karriere-Sabotage: Fünf gut gemeinte Ratschläge der Eltern schaden

Eine Executive Coach für Google, Amazon und die NATO erklärt, welche Kindheitswerte im modernen Berufsleben gefährlich werden können.

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Karriere-Sabotage: Fünf gut gemeinte Ratschläge der Eltern schaden

Wer kennt es nicht: Eltern geben ihren Kindern Werte mit auf den Weg, die das Leben erleichtern sollen. „Sei ehrlich", „behandle andere gut" – solche Grundsätze sind zeitlos und wertvoll. Doch nicht alle gut gemeinten Ratschläge aus der Kindheit helfen im modernen Berufsleben weiter. Im Gegenteil: Manche können die eigene Karriere aktiv sabotieren.

Das ist die zentrale These einer erfahrenen Executive Coach, die Führungskräfte bei Weltkonzernen und Institutionen wie Google, Amazon und der NATO berät. Als Autorin des Buches „Managing Up" hat sie aus nächster Nähe beobachtet, wie tief verinnerlichte Überzeugungen aus der Kindheit im Berufsalltag gegen einen arbeiten können – oft ohne dass man es selbst bemerkt.

Gut gemeint, aber überholt

Die Expertin betont ausdrücklich: Keine dieser überlieferten „Regeln" war böse gemeint. Sie entstammen einer anderen Ära der Arbeitswelt – einer Zeit, in der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber belohnt wurde und Stabilität die Norm war. Diese Welt existiert jedoch nicht mehr. Der moderne Arbeitsmarkt ist dynamischer, wettbewerbsintensiver und kurzlebiger als je zuvor.

Genau darin liegt das Problem: Verhaltensweisen, die in einer stabilen, hierarchischen Arbeitswelt funktioniert haben, können in der heutigen schnelllebigen Berufswelt zur Bremse werden. Wer das nicht erkennt, riskiert, hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben – trotz harter Arbeit und bester Absichten.

Die Expertin hat fünf solcher Ideen identifiziert, die viele Menschen in ihrer Kindheit verinnerlicht haben und die ihren beruflichen Erfolg bremsen könnten. Ein konkretes Beispiel, das sie nennt, ist der Ratschlag „sei immer dankbar" – eine Haltung, die im privaten Umfeld tugendhaft wirkt, im Berufsleben aber dazu führen kann, dass man Ungerechtigkeiten stillschweigend hinnimmt, auf berechtigte Forderungen verzichtet oder sich nicht traut, für die eigene Leistung einzustehen.

Was das für Arbeitnehmer bedeutet

Für deutsche Arbeitnehmer ist dieses Thema besonders relevant. Auch hierzulande werden Bescheidenheit, Pflichtbewusstsein und Loyalität traditionell hochgeschätzt – Werte, die im familiären und gesellschaftlichen Kontext ihre Berechtigung haben. Im Berufsleben können sie jedoch dazu führen, dass man eigene Leistungen nicht sichtbar macht, Beförderungen nicht aktiv anstrebt oder Konflikte vermeidet, die eigentlich notwendig wären.

Die Botschaft der Expertin ist dabei keine Aufforderung zur Rücksichtslosigkeit. Vielmehr geht es darum, überkommene Glaubenssätze zu hinterfragen und bewusst zu entscheiden, welche Werte im modernen Arbeitsumfeld noch hilfreich sind – und welche angepasst werden müssen. Wer seine Karriere aktiv gestalten will, muss bereit sein, auch die eigenen, tief verwurzelten Überzeugungen kritisch zu prüfen.

Das Bewusstsein für solche unbewussten Muster ist der erste Schritt. Denn nur wer erkennt, welche Regeln er unbewusst befolgt, kann entscheiden, ob sie ihm noch dienen – oder ob es Zeit ist, neue Spielregeln zu lernen.

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