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Kanadas Inflation steigt auf 3% – Benzinpreise als Haupttreiber

Der anhaltende Nahostkonflikt treibt die Energiepreise hoch und lässt Kanadas Gesamtinflation im Juli deutlich ansteigen.

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Kanadas Inflation steigt auf 3% – Benzinpreise als Haupttreiber

Kanadas Inflationsrate ist im Juli auf 3% gestiegen und hat damit die Erwartungen der Ökonomen übertroffen. Statistics Canada meldete am Montag, dass vor allem die stark gestiegenen Benzinpreise für den Anstieg verantwortlich sind. Ökonomen hatten lediglich eine Gesamtinflation von 2,9% prognostiziert, nach 2,8% im Juni.

Der wichtigste Preistreiber war der Energiesektor: Benzinpreise kletterten im Juli im Jahresvergleich um 25,7% – nach einem bereits kräftigen Anstieg von 20,5% im Juni. Als Ursache gilt der anhaltende Nahostkonflikt, der die globalen Energiemärkte unter Druck setzt. Ohne Berücksichtigung von Benzin stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) hingegen nur um 2,2% – und das bereits den dritten Monat in Folge. Auf Monatsbasis legte der VPI um 0,5% zu.

Kerninflation bleibt unter dem Zielwert der Bank of Canada

Trotz des Gesamtanstiegs zeigt die Kerninflation ein beruhigenderes Bild. Der Durchschnitt der von der Bank of Canada bevorzugten Kerninflationskennzahlen stieg auf 1,95% – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat, aber weiterhin knapp unter dem Zielwert der Zentralbank von 2%. Dies dürfte der kanadischen Notenbank etwas Spielraum bei ihrer Geldpolitik lassen.

Neben den Energiepreisen trugen auch Reisekosten zur höheren Inflation bei. Pauschalreisen verteuerten sich im Juli um 15,2%, Flugreisen um 12%. Als Grund werden die gestiegene Nachfrage – unter anderem angekurbelt durch die Fußball-Weltmeisterschaft – sowie höhere Kerosinkosten genannt.

Lebensmittelpreise und Wohnkosten im Fokus

Die Lebensmittelpreise stiegen im Juli auf Jahresbasis um 3,1%, nach 3,9% im Juni. Damit war der Juli der 18. Monat in Folge, in dem die Lebensmittelpreise schneller zulegten als die allgemeine Inflation – eine anhaltende Belastung für kanadische Haushalte.

Etwas Entlastung kommt hingegen vom Wohnungsmarkt. Die Inflation bei den Wohnkosten stieg nur um 1,3% – die niedrigste Rate seit Mai 2020. Seit Jahresbeginn liegen die Wohnkosten mit einer Rate von unter 2% im Anstieg, da der kanadische Immobilienmarkt weiterhin schwach tendiert.

Regional fällt auf, dass Ontario die einzige Provinz war, in der die Inflation im Juli nicht anstieg. Rückgänge bei den Wiederbeschaffungskosten für Eigenheimbesitzer sowie sinkende Erdgaspreise sorgten dort für eine Gegenbewegung.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Kanada ein weiteres Beispiel dafür, wie geopolitische Konflikte – insbesondere im Nahen Osten – über die Energiemärkte direkt auf die Verbraucherpreise weltweit durchschlagen. Die Frage, ob die Bank of Canada angesichts der über dem Ziel liegenden Gesamtinflation ihren geldpolitischen Kurs anpassen wird, bleibt vorerst offen.

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