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Kampf gegen Inflation

Bundesbank-Chef Nagel fordert fortgesetzten restriktiven EZB-Kurs

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Kampf gegen Inflation

Die Inflationsbekämpfung im Euroraum stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar, trotz der bislang implementierten Maßnahmen, so Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Auch wenn die Teuerungsraten mittlerweile wieder sinken, warnt er davor, das „gierige Biest“ Inflation als besiegt zu betrachten. Nagel unterstreicht die Notwendigkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren restriktiven Kurs beibehält, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig wieder auf den Notenbank-Zielwert von zwei Prozent zurückführt.

Nagel betont weiterhin die Bedeutung der sogenannten Kernrate, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, und somit den grundlegenden Inflationstrend aufzeigt, welcher aus seiner Sicht noch nicht durchbrochen ist. Die anhaltend hohe Kerninflation, welche im September auf 4,5 Prozent sank, bleibt ein Beunruhigungsfaktor, der konstante Wachsamkeit und behutsame geldpolitische Entscheidungen erfordert. Auch wenn die allgemeine Inflationsrate im Euroraum von 5,2 Prozent im August auf 4,3 Prozent im September fiel, ist sie immer noch deutlich höher als das von der EZB festgelegte Ziel.

Nicht zuletzt führte die zehnmalige Erhöhung der Zinsen in Folge dazu, dass der Einlagensatz, der für das Parken überschüssiger Gelder von Banken bei der Notenbank festgelegt wird, inzwischen bei 4,00 Prozent liegt – ein Höchstwert seit Beginn der Währungsunion im Jahr 1999. Während die EZB entschieden hat, ihren Kurs vorerst fortzusetzen, steht die nächste Zinssitzung am 26. Oktober bevor, die mit Spannung erwartet wird.

Parallel zur aktuellen Inflationsthematik äußerte sich Nagel auch zur Einbindung von Klimarisiken in finanzielle Entscheidungen. Während er Unternehmensanleihen nach Klimarisiken ausrichten möchte, weist er darauf hin, dass es falsch wäre, kontinuierlich in grüne Wertpapiere zu investieren, wenn es aus geldpolitischer Sicht nicht notwendig ist. Hierbei legt er den Fokus darauf, dass die Schaffung günstiger Finanzierungsbedingungen für gesellschaftlich erwünschte Investitionen eher in den Bereich anderer staatlicher Institutionen, insbesondere von Förderbanken, fallen sollte.

Des Weiteren befürwortete Nagel die Entwicklung eines digitalen Euro, um auf die zunehmende Digitalisierung der Welt und des Zahlungsverkehrs zu reagieren. Ein solcher Schritt würde laut ihm einige Jahre in Anspruch nehmen und betrachtet die Einführung als logisch – als Ergänzung zum Bargeld. Die EZB plant, in diesem Monat darüber zu entscheiden, ob sie mit dem Projekt in eine Vorbereitungsphase eintreten wird, während die EU-Kommission bereits Ende Juni einen Gesetzesvorschlag für die Einführung eines digitalen Euro vorgelegt hat.

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