JPMorgan übernimmt Apple Card von Goldman Sachs für 20 Mrd. Dollar
JPMorgan Chase sichert sich das lukrative Kreditkartengeschäft mit Apple. Die größte US-Bank übernimmt das 20-Milliarden-Dollar-Programm von Goldman Sachs, das sich aus dem Privatkundengeschäft zurückzieht.

JPMorgan Chase hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Apple-Kreditkartenprogramms von Goldman Sachs getroffen. Nach über einem Jahr Verhandlungen gaben die Parteien am Mittwoch die Einigung bekannt. Die Transaktion festigt JPMorgans Position als führende Kraft im US-Kreditkartenmarkt.
Das Kartenportfolio umfasst ausstehende Salden in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar. Goldman Sachs verkauft das Geschäft mit einem Abschlag von mehr als einer Milliarde Dollar, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Für Goldman markiert der Deal das Ende eines kostspieligen Experiments im Privatkundengeschäft.
Strategische Partnerschaft zweier Schwergewichte
Die Vereinbarung bringt zwei der einflussreichsten US-Konzerne enger zusammen. JPMorgan erhält Zugang zu einer loyalen Basis von Apple-Kunden, denen die Bank weitere Finanzprodukte anbieten kann. Apple wiederum gewinnt einen Partner mit breiter Verbraucherreichweite, der beim Verkauf und der Finanzierung von Produkten unterstützt.
Die Partnerschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Zahlungen zunehmend über Smartphones, Smartwatches und andere digitale Geräte abgewickelt werden. Für JPMorgan ist dies ein strategischer Schritt, um im wachsenden Mobile-Payment-Markt präsent zu bleiben.
Mastercard verteidigt Position erfolgreich
Mastercard bleibt das Zahlungsnetzwerk der Apple Card und konnte sich damit gegen den harten Wettbewerb von Visa durchsetzen. Der Kreditkartenanbieter sichert sich das erhebliche Transaktionsvolumen aus einem der größten Co-Branding-Programme in den USA.
Goldman Sachs zieht sich zurück
Für Goldman Sachs bedeutet der Verkauf das letzte Kapitel eines gescheiterten Vorstoßes ins Privatkundengeschäft. Die Investmentbank hatte in den vergangenen Jahren Milliarden in den Aufbau von Verbraucherkreditprodukten investiert, konnte aber nicht die erhofften Erträge erzielen. Mit dem Ausstieg konzentriert sich Goldman wieder auf sein Kerngeschäft im Investment Banking.
Die Übernahme muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Branchenexperten erwarten jedoch keine größeren Hindernisse für die Transaktion.
