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JPMorgan-Stratege Matejka: Jeden Kursrücksetzer bei Aktien kaufen

JPMorgans Chefstratege Mislav Matejka sieht geopolitische Turbulenzen als vorübergehend und empfiehlt Anlegern, Marktschwächen konsequent zu nutzen.

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JPMorgan-Stratege Matejka: Jeden Kursrücksetzer bei Aktien kaufen

JPMorgan-Stratege Mislav Matejka hat Anleger dazu aufgerufen, kurzfristige geopolitische Unsicherheiten nicht überzubewerten und Marktschwächen gezielt als Einstiegsgelegenheiten zu nutzen. In einer aktuellen Mitteilung argumentiert Matejka, dass das Risiko eines lang anhaltenden Stagflationsschocks – also einer Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation – am Markt deutlich überbewertet werde. Stagflation gilt unter Ökonomen als besonders schwieriges Szenario, da klassische geldpolitische Maßnahmen kaum greifen.

Trotz dieser grundsätzlich optimistischen Haltung warnt der JPMorgan-Stratege vor einer trügerischen Oberfläche der aktuellen Markterholung. Der MSCI World Index – ein globaler Leitindex für Aktien aus Industrieländern – habe zwar eine sogenannte „V-förmige Erholung" vollzogen, also einen raschen Wiederanstieg nach einem Einbruch. Doch Matejka mahnt zur Vorsicht: „Die aktuelle Marktbreite ist sehr gering, und fast alle Konsumwerte verharren auf Tiefstständen." Die Rallye werde also nicht von einer breiten Masse an Aktien getragen, was auf eine strukturelle Fragilität hindeutet.

Nahostkonflikt: Eskalation könnte paradoxerweise zur Lösung führen

Besonders interessant ist JPMorgans Einschätzung zum Nahostkonflikt. Die US-Bank vertritt die ungewöhnliche These, dass eine weitere Eskalation des Konflikts paradoxerweise eine schnellere Lösung wahrscheinlicher machen könnte. „Ein Ölpreissprung und die daraus resultierende Marktschwäche könnten nicht von Dauer sein, da eine Eskalation tatsächlich einen Ausweg wahrscheinlicher machen könnte", heißt es in der Mitteilung. Für Anleger bedeutet das: Selbst ein kurzfristiger Ölpreisschock wäre nach Einschätzung von JPMorgan kein Grund zur Panik.

Für Investoren mit einem mittelfristigen Anlagehorizont – also drei, sechs oder zwölf Monate – empfiehlt JPMorgan ausdrücklich, „Rücksetzer weiterhin zum Aufstocken zu nutzen". Die Bank stützt diese Empfehlung auf mehrere tragende Säulen: starke Unternehmensgewinne, ein konstruktives wachstumspolitisches Umfeld sowie Anleiherenditen, bei denen ein weiterer Anstieg als unwahrscheinlich gilt. Steigende Anleiherenditen gelten traditionell als Belastung für Aktienbewertungen, weshalb eine Stabilisierung auf diesem Niveau positiv für Aktien wäre.

US-Aktien teuer – internationale Märkte bevorzugt

Trotz des grundsätzlichen Optimismus bleibt JPMorgan bei US-Aktien zurückhaltend. Die Bewertungen in den USA sind mit dem 21-Fachen des erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) nach wie vor ambitioniert. Das KGV ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Aktienbewertung und setzt den aktuellen Kurs ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn je Aktie. Ein KGV von 21 liegt historisch betrachtet im oberen Bereich und lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Stattdessen bevorzugt JPMorgan internationale Märkte sowie Schwellenländer gegenüber den entwickelten Märkten. Besonders hervorgehoben wird dabei das Vereinigte Königreich. Der britische Aktienmarkt biete „einen großen Bewertungsabschlag gegenüber anderen Regionen sowie die weltweit höchste Dividendenrendite", so die Bank. JPMorgan bezeichnet Großbritannien als „einen der sehr guten Zufluchtsorte während Risk-off-Phasen" – also in Zeiten, in denen Anleger risikoreichere Anlagen meiden und Sicherheit suchen.

Für deutsche Privatanleger liefert die JPMorgan-Analyse damit eine klare Botschaft: Kurzfristige Marktverwerfungen durch geopolitische Ereignisse sollten nicht zu überstürzten Verkäufen verleiten. Wer einen Anlagehorizont von mindestens drei Monaten mitbringt, kann Rücksetzer laut JPMorgan als Chance begreifen – wobei der Fokus auf international diversifizierte Portfolios mit einem Schwerpunkt auf günstig bewerteten Märkten wie Großbritannien liegen sollte.

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