JPMorgan-Chef Dimon warnt vor Trumps Kreditkarten-Zinsobergrenze
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, kritisiert den Vorschlag der Trump-Administration für eine 10%-Zinsobergrenze bei Kreditkarten scharf. Der Bankchef warnt vor drastischen Folgen für Millionen Amerikaner.

Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase, hat sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos deutlich gegen die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Zinsobergrenze für Kreditkarten ausgesprochen. Die geplante Begrenzung auf 10 Prozent würde nach Dimons Einschätzung "80 Prozent der Amerikaner den Zugang zu Krediten verwehren".
Notfallkredit für Millionen in Gefahr
Der langjährige Bankmanager bezeichnete die Maßnahme als "wirtschaftliche Katastrophe". Besonders betroffen wären Verbraucher, die auf Kreditkarten als Notfallkredit angewiesen sind. Trump hatte die Zinsobergrenze Anfang Januar über seine Social-Media-Plattform vorgeschlagen, ohne jedoch Details zur Umsetzung zu nennen.
Wall-Street-Analysten bewerten die Realisierungschancen als gering. Der Vorschlag würde Gesetzesänderungen erfordern und stößt auf massiven Widerstand der Bankenverbände. Diese argumentieren, dass eine solche Regelung den Kreditzugang für normale Verbraucher erheblich einschränken würde.
Weitreichende Folgen für die Wirtschaft
"Diejenigen, die am lautesten klagen werden, sind nicht die Kreditkartenunternehmen", warnte Dimon. "Es werden die Restaurants, Einzelhändler, Reiseunternehmen, Schulen und Kommunen sein." Der JPMorgan-Chef prognostiziert, dass viele Menschen ihre Wasser- und andere Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten.
Dimon schlug vor, die Maßnahme zunächst in den US-Bundesstaaten Vermont und Massachusetts zu testen, bevor sie landesweit eingeführt wird. Seine Bank würde die Auswirkungen zwar überleben, aber die volkswirtschaftlichen Schäden wären erheblich.
Kreditkartengeschäft unter Druck
Kreditkarten sind für Banken ein hochprofitables Geschäft. Die hohen Zinssätze kompensieren das größere Ausfallrisiko bei diesen unbesicherten Darlehen. Analysten erwarten, dass Kreditkartenanbieter mit alternativen Angeboten reagieren könnten: Basis-Karten mit 10 Prozent Zinsen ohne Prämien, niedrigere Kreditlimits oder Sondertarife für bestimmte Kundengruppen.
Bankenbranche geschlossen gegen Trump-Plan
Auch andere führende Banker äußerten sich kritisch. Jane Fraser, CEO der Citigroup, sagte in einem CNBC-Interview aus Davos, sie erwarte keine Zustimmung des Kongresses. "Der Präsident hat Recht, sich auf die Erschwinglichkeit zu konzentrieren", so Fraser. "Aber eine Deckelung der Zinssätze wäre nicht gut für die US-Wirtschaft."
Trump steht vor den diesjährigen Kongresswahlen unter Druck, die Sorgen der Wähler bezüglich der Lebenshaltungskosten zu adressieren. Die Ankündigung der Zinsobergrenze hatte die Bankaktien abstürzen lassen und die Branche überrascht.
