JPMorgan Chase: Gewinn sinkt trotz Handelsboom um 7 Prozent
Die größte US-Bank JPMorgan Chase verzeichnete im vierten Quartal 2025 einen Gewinnrückgang von 7 Prozent auf 13 Milliarden Dollar. Eine Rückstellung von 2,2 Milliarden Dollar für die Apple-Kreditkartenpartnerschaft belastete das Ergebnis deutlich.

JPMorgan Chase hat für das vierte Quartal 2025 einen Gewinnrückgang von 7 Prozent gemeldet, obwohl die Umsätze dank höherer Zinserträge und Gebühren stiegen. Der Gewinn belief sich auf 13 Milliarden US-Dollar oder 4,63 Dollar je Aktie und lag damit unter den Analystenschätzungen von 4,85 Dollar. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 45,8 Milliarden Dollar, verfehlte jedoch knapp die Erwartungen von 46,2 Milliarden Dollar.
Auf bereinigter Basis übertraf die Bank jedoch die Erwartungen der Wall Street deutlich. JPMorgan verdiente 5,23 Dollar je Aktie für das am 31. Dezember beendete Quartal, was über den Schätzungen von 5,00 Dollar lag. Ein wesentlicher Treiber für die Übertreffung der Gewinnschätzungen war ein starkes Handelsgeschäft, das von volatilen Märkten profitierte.
Handelserträge steigen deutlich
Die Markteinnahmen von JPMorgan legten im vierten Quartal um beachtliche 17 Prozent zu. Besonders stark entwickelte sich der Aktienhandel mit einem Anstieg von 40 Prozent, angetrieben durch höhere Einnahmen über alle Produktkategorien hinweg. Vor allem das Prime-Brokerage-Geschäft profitierte von steigenden Unternehmensbewertungen. Der Bereich Fixed Income verzeichnete ein Plus von 7 Prozent.
Die durchschnittlichen Kredite stiegen im Quartal um 9 Prozent. Die Nettozinserträge – die Differenz zwischen den Einnahmen aus Krediten und den Ausgaben für Einlagen – kletterten im vierten Quartal um 7 Prozent auf 25,1 Milliarden Dollar. Für 2026 prognostiziert die Bank Zinserträge von etwa 95 Milliarden Dollar.
Apple-Kartenpartnerschaft belastet Ergebnis
Ein wesentlicher Sondereffekt war eine Rückstellung in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Vereinbarung mit Goldman Sachs zur Übernahme der Kreditkartenpartnerschaft mit Apple. Dieser strategische Schritt soll JPMorgans Präsenz im Kreditkartengeschäft mittelfristig stärken, belastete jedoch das Quartalsergebnis erheblich.
Die Gebühreneinnahmen aus dem Investmentbanking sanken im Quartal um 5 Prozent, was auf ein schwächeres Jahr nach einem Rekordjahr im Vorjahr zurückzuführen ist. Dennoch beendete JPMorgan das Jahr als weltweit führende Investmentbank mit den höchsten Gebühreneinnahmen. Zu den hochkarätigen Transaktionen gehörten die Beratung von Warner Bros Discovery beim 82,7-Milliarden-Dollar-Deal mit <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix und die Begleitung der Übernahme von Kenvue durch Kimberly-Clark im Wert von 48,7 Milliarden Dollar.
Jahresergebnis leicht rückläufig
Für das Gesamtjahr 2025 belief sich der Gewinn der Bank auf 57 Milliarden Dollar, verglichen mit 58,5 Milliarden Dollar im Vorjahr, welches ein Rekordjahr für eine amerikanische Bank darstellte. Der Jahresumsatz stieg jedoch auf 182,4 Milliarden Dollar von 177,6 Milliarden Dollar im Vorjahr.
CEO Jamie Dimon zeigte sich optimistisch zur Wirtschaftslage: "Die US-Wirtschaft ist widerstandsfähig geblieben. Obwohl sich die Arbeitsmärkte abgeschwächt haben, scheinen sich die Bedingungen nicht zu verschlechtern." Er lobte die Deregulierung in Washington und die jüngste Politik der Federal Reserve, warnte jedoch vor potenziellen Gefahren.
Politische Unsicherheiten belasten Kreditkartenbranche
CFO Jeremy Barnum deutete an, dass die Branche rechtliche Schritte gegen die Forderung von US-Präsident Donald Trump ergreifen könnte, Kreditkartenzinssätze für ein Jahr auf 10 Prozent zu deckeln. Die durchschnittliche Kreditkartenzinssatz liegt derzeit bei 19,7 Prozent. Branchenvertreter warnen, dass eine solche Obergrenze zu einer Reduzierung der Kreditkonten und einem Rückgang der Konsumausgaben führen würde.
Die JPMorgan-Aktie reagierte verhalten auf die Zahlen und stieg im vorbörslichen Handel leicht um 0,2 bis 0,5 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 legte die Aktie jedoch um beachtliche 34,4 Prozent zu und übertraf damit die breiteren Aktienmärkte deutlich. Analyst David Wagner von Aptus Capital Advisors merkte an, dass die hohen Erwartungen nach einem großartigen Jahr 2025 erfüllt wurden, aber bereits viel in den Aktienkurs eingepreist sei.
