JP Morgan übertrifft Erwartungen trotz Apple-Karten-Belastung
Die größte US-Bank JP Morgan Chase hat im vierten Quartal die Analystenschätzungen geschlagen. Trotz einer Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Dollar durch die Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts zeigte sich das Handelsgeschäft stark.

JP Morgan Chase hat im Schlussquartal 2025 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 5,23 Dollar und lag damit klar über der Analystenschätzung von 5,00 Dollar. Die Aktie reagierte mit einem vorbörslichen Plus von rund einem Prozent.
Der ausgewiesene Quartalsgewinn fiel allerdings auf 13 Milliarden Dollar, verglichen mit 14 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 erwirtschaftete das New Yorker Finanzinstitut einen Gewinn von etwa 57 Milliarden Dollar.
Handelsgeschäft als Gewinnmotor
Besonders stark entwickelte sich das Handelsgeschäft mit einem Ertragsplus von 17 Prozent. Während die Einnahmen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren um sieben Prozent zulegten, explodierte das Aktienhandelsgeschäft regelrecht mit einem Zuwachs von 40 Prozent.
Die hohen Schwankungen an den Finanzmärkten spielten der Bank in die Karten. Sorgen um eine mögliche KI-Aktienblase und die Unsicherheit über das weitere Zinsniveau der Federal Reserve hatten Anleger zu umfangreichen Portfolio-Umschichtungen veranlasst.
Investmentbanking bleibt robust
Im Investmentbanking gingen die Gebühreneinnahmen im vierten Quartal um fünf Prozent zurück. Dennoch blicken die Banker optimistisch auf 2026. Die Rekordstände an den Aktienmärkten und die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen dürften das Geschäft ankurbeln.
JP Morgan baute seine Führungsposition als weltweit größte Investmentbank weiter aus. Zu den begleiteten Großtransaktionen zählten der Verkauf von Warner Bros Discovery-Assets an <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix sowie die Übernahme von Kenvue durch Kimberly-Clark.
Apple-Deal belastet Quartalsergebnis
Die Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Dollar resultiert aus der Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts vom Konkurrenten Goldman Sachs. Mit diesem strategischen Schritt stärkt JP Morgan seine Position im lukrativen Kreditkartenmarkt.
Allerdings sorgt eine Initiative von US-Präsident Donald Trump für Unsicherheit in der Branche. Der Plan, Kreditkartenzinsen auf maximal zehn Prozent zu begrenzen, könnte nach Ansicht von Bankenverbänden den Kreditzugang für Verbraucher und kleine Unternehmen erschweren.
CEO Dimon sieht robuste US-Wirtschaft
Konzernchef Jamie Dimon zeigte sich zuversichtlich: "Die US-Wirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen." Trotz einer gewissen Abschwächung am Arbeitsmarkt verschlechtere sich die Gesamtlage nicht. Die Konsumenten würden weiterhin Geld ausgeben und die Unternehmen seien im Allgemeinen gesund.
Die Quartalszahlen von JP Morgan gelten traditionell als wichtiger Gradmesser für die Verfassung der US-Wirtschaft und setzen oft den Ton für die gesamte Berichtssaison im Bankensektor.
