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J.P. Morgan hebt Kursziele für europäische Aktienindizes deutlich an

Die US-Großbank sieht für europäische Aktien weiteres Aufwärtspotenzial von 5 bis 10 Prozent bis Dezember 2026.

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J.P. Morgan hebt Kursziele für europäische Aktienindizes deutlich an

J.P. Morgan hat seine Kursziele für die wichtigsten europäischen Aktienindizes angehoben. Als Begründung nannte die Bank ein beschleunigtes Gewinnwachstum sowie die Aussicht auf eine breitere Marktbeteiligung. Die neuen Ziele gelten bis Dezember 2026.

Das Brokerhaus hebt sein Ziel für den Stoxx 600 von 630 auf 680 Punkte an. Gegenüber dem aktuellen Indexstand von 636 Punkten entspricht das einem Aufwärtspotenzial von 7 Prozent. Das alte Ziel von 630 Punkten, das im November vergangenen Jahres veröffentlicht worden war, hatte seither bereits ein Plus von 13 Prozent erzielt – der Index erreichte in der vergangenen Woche ein Jahreshoch.

Auch für weitere europäische Leitindizes schraubt J.P. Morgan die Erwartungen nach oben. Das Ziel für den MSCI Eurozone steigt von 385 auf 420 Punkte, was einem Plus von 10 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand von 383 entspricht. Der FTSE 100 erhält ein neues Ziel von 11.000 Punkten, angehoben von zuvor 10.300 – ein Aufwärtspotenzial von 5 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von 10.508. Für den Euro Stoxx 50 setzt J.P. Morgan ein Ziel von 6.800 Punkten, was gegenüber dem Stand von 6.222 ein Plus von 9 Prozent bedeutet. Der MSCI Europe erhält ein Ziel von 2.750 Punkten, was einem Aufwärtspotenzial von 8 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand von 2.536 entspricht.

„Wir aktualisieren die Ziele in diesem Bericht und rechnen von hier aus mit weiterem Aufwärtspotenzial im Bereich von 5 bis 10 Prozent", erklärte J.P. Morgan in seiner Mitteilung.

Deutlich höhere Gewinnprognosen für Eurozone und Großbritannien

Ein zentraler Treiber der Neubewertung sind die revidierten Gewinnprognosen. J.P. Morgan hebt seine Schätzung für das EPS-Wachstum (Gewinn je Aktie) in der Eurozone für 2026 von zuvor 13 auf nun 18 Prozent an. Für 2027 wird ein Wachstum von 12 Prozent erwartet, nach zuvor 10 Prozent. Die Bank verweist dabei auf eine Wachstumsbelebung nach drei schwächeren Jahren.

Für Großbritannien fällt die Revision noch deutlicher aus: Die EPS-Wachstumsprognose für 2026 springt von 8 auf 18 Prozent. Für 2027 senken die Analysten ihre Schätzung hingegen leicht von 7 auf 5 Prozent. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Eurozone für die nächsten 12 Monate liegt derzeit bei 15 und dürfte laut J.P. Morgan „mindestens auf dem aktuellen Niveau bleiben und potenziell sogar noch etwas steigen". Unterstützt werde dies durch niedrigere Ölpreise, seitwärts tendierende Anleiherenditen und stabil verankerte Inflationserwartungen.

Deutschland hinkt hinterher – Spanien und Italien vorne

Innerhalb Europas zeigen sich deutliche Unterschiede in der Performance. Seit dem 24. November 2025 legte der MSCI Spain um 22,3 Prozent zu, der MSCI Italy um 18,1 Prozent. Der MSCI Germany hinkte mit einem Plus von lediglich 5,4 Prozent deutlich hinterher. J.P. Morgan führt dies unter anderem auf die „überproportionale Anfälligkeit Deutschlands gegenüber geopolitischen Schocks und Energieschocks" zurück.

Bei der Sektorpositionierung bleibt J.P. Morgan „Long-Beta, einschließlich Konsumwerten" und hält an einer positiven Einschätzung für Halbleiter, Industriewerte und den Bergbausektor fest. Banken sollen sich ebenfalls gut entwickeln, da sie von Einkaufsmanagerindizes (PMIs) und Kreditwachstum profitieren. Vorsichtig zeigt sich der Broker hingegen gegenüber Unternehmensdienstleistungen, Software und Medien. Verteidigungswerte bewertet J.P. Morgan weiterhin zurückhaltend – bereits seit September vergangenen Jahres hatte die Bank nach einer starken Rallye zur Reduzierung geraten.

In der regionalen Einstufung bewertet J.P. Morgan die Eurozone innerhalb der entwickelten Märkte mit „Overweight". Großbritannien und die USA erhalten jeweils ein „Neutral"-Rating, während Schwellenländer ebenfalls mit „Overweight" eingestuft werden.

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