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Jochen Zeitz verlässt Harley-Davidson vorzeitig

Strategiewechsel, Umsatzrückgang und Suche nach neuem Vorstandschef prägen den Übergang

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 Jochen Zeitz verlässt Harley-Davidson vorzeitig

Jochen Zeitz wird Harley-Davidson noch in diesem Jahr verlassen. Der deutsche Vorstandschef des US-amerikanischen Motorradherstellers hatte bereits im vergangenen Jahr angedeutet, dass 2025 sein letztes Jahr in der Position sein werde. Nun erfolgt der Rücktritt früher als ursprünglich erwartet. Das Unternehmen teilte mit, dass die Suche nach einem Nachfolger laufe. Zeitz, der am Sonntag 62 Jahre alt wurde, sei bereit, seine Aufgaben weiterhin wahrzunehmen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei.

Der Verwaltungsrat des traditionsreichen Unternehmens würdigte die Leistungen des scheidenden Vorstandschefs. Besonders hervorgehoben wurde die von Zeitz eingeführte „Hardwire“-Strategie, mit der Harley-Davidson in einer schwierigen Phase neu ausgerichtet wurde. Ziel war es, das Unternehmen aus einer wirtschaftlichen Krise zu führen und die Marke neu zu positionieren. Teil dieser Strategie war auch ein Fünf-Jahres-Plan, mit dem Zeitz versuchte, jüngere Zielgruppen für die Motorradmarke zu gewinnen und den Fokus auf margenstärkere Produkte zu legen.

Trotz dieser strategischen Maßnahmen verzeichnete Harley-Davidson im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von etwa 15 Prozent. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen keine signifikante Verbesserung, sondern bestenfalls ein gleichbleibendes Niveau. Nach der Bekanntgabe des bevorstehenden Rücktritts von Zeitz legte die Aktie des Unternehmens im vorbörslichen Handel in New York um 3,3 Prozent zu.

Jochen Zeitz stammt aus Mannheim und wurde bereits früh in seiner Karriere bekannt. 1993 übernahm er im Alter von 30 Jahren den Vorstandsvorsitz bei Puma und war damit der jüngste Chef eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland. Unter seiner Führung wurde Puma von einem kriselnden Unternehmen zum drittgrößten Sportartikelhersteller der Welt. Zeitz trat 2011 von diesem Posten zurück. Bereits seit 2007 war er Mitglied des Verwaltungsrats von Harley-Davidson, 2020 übernahm er schließlich die operative Leitung des Unternehmens.

Neben seiner Tätigkeit in der Wirtschaft machte sich Zeitz auch als Kunstsammler einen Namen. Besonders engagierte er sich im Bereich zeitgenössischer afrikanischer Kunst. 2017 eröffnete er in Kapstadt das Zeitz Museum of Contemporary African Art, das sich international einen Namen gemacht hat.

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