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Jim Bianco wird nach zwei Jahren wieder bullisch für US-Staatsanleihen

Der Marktkommentator sieht bei 5,25% Rendite echten Wert und korrigiert seine bärische Haltung.

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Jim Bianco wird nach zwei Jahren wieder bullisch für US-Staatsanleihen

Der bekannte Marktkommentator Jim Bianco wendet sich zum ersten Mal seit der Pandemie wieder bullish den US-Staatsanleihen zu. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries erreichte diese Woche 5,25% – das höchste Niveau seit fast zwei Jahrzehnten. Angesichts dieser Entwicklung sieht Bianco nun echten Wert und korrigiert seine zuvor bärische Einschätzung.

„Die Zeit, um bei Anleihen maßlos bärisch zu sein, war vor zwei Jahren“, sagt Bianco. Der Gründer und Präsident seiner eigenen Forschungsgesellschaft hatte den Markt für US-Staatsanleihen seit 2020 herabgewürdigt. Nun vollzieht er eine Kehrtwende.

Gemäß Bianco sind die negative Stimmung gegenüber Inflation, dem Defizit und der Schuldenlast der USA durchaus gerechtfertigt. „Aber das spiegelt sich nun weitgehend in den Preisen wider“, so der erfahrene Investor. Mit anderen Worten: Die Risiken, die Anleger zuletzt von US-Staatsanleihen fernhielten, sind aus seiner Sicht inzwischen ausreichend eingepreist.

Vorsichtige Zuversicht statt Euphorie

Im Interview mit dem Podcast „David Lin Report“ am Montag räumt Bianco ein, dass er nicht mit Sicherheit sagen könne, ob die Renditen ihren Höhepunkt erreicht haben. „Ich werde nicht klug genug sein, um zu sagen, dass 5,25% das Hoch ist, aber wir kommen ihm nahe genug“, erklärt er. Diese Aussage zeigt, dass der Marktbeobachter trotz seiner optimistischeren Haltung keine Gewissheit über die künftige Zinsentwicklung beansprucht.

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung insofern relevant, als US-Staatsanleihen als Referenz für die globale Zinslandschaft gelten. Steigende Renditen in den USA wirken sich traditionell auch auf europäische Anleihemärkte und die Attraktivität von Zinspapieren aus. Ein Niveau von 5,25% bei 10-jährigen Treasuries markiert dabei eine deutliche Verschiebung gegenüber den Jahren der Niedrigzinsphase.

Die Rückkehr zu höheren Renditen hat mehrere Ursachen, die Bianco benennt: die anhaltende Inflation, das wachsende US-Haushaltsdefizit und die steigende Schuldenlast des Landes. Diese Faktoren hatten den Marktkommentator über Jahre hinweg zu einer pessimistischen Haltung gegenüber Anleihen veranlasst. Nun jedoch sieht er die Bewertungen so weit gesunken, dass die Risiken angemessen vergütet erscheinen.

Einordnung für den Markt

Biancos Wende ist bemerkenswert, weil er zu den profiliertesten Kommentatoren des US-Anleihemarkts zählt und seine Einschätzungen von vielen Investoren verfolgt werden. Seine frühere Skepsis gegenüber Staatsanleihen fiel in eine Phase, in der die Renditen von historischen Tiefstständen aus deutlich anstiegen. Dass er nun – wenn auch vorsichtig – eine positivere Sicht einnimmt, könnte als Signal dafür gelesen werden, dass die Bewertungskorrektur am Anleihemarkt weitgehend abgeschlossen ist.

Gleichzeitig bleibt die Aussage bewusst zurückhaltend. Bianco vermeidet eine klare Prognose über den künftigen Zinspfad und betont lediglich, dass das aktuelle Renditeniveau dem historischen Höhepunkt nahekommt. Für Anleger bedeutet dies, dass die Einschätzung als Momentaufnahme zu verstehen ist und nicht als Garantie für eine nachhaltige Trendwende.

Die Entwicklung der US-Staatsanleihen bleibt damit ein zentraler Faktor für die internationalen Finanzmärkte. Ob die 5,25% tatsächlich das Hoch markieren, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen – Bianco selbst lässt diese Frage ausdrücklich offen.

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