Jefferies: KI bedroht gewerbliche Versicherungsmakler kaum
Analysten sehen KI vor allem als Effizienzhebel – nicht als Umsatzdisruptor für das Maklergeschäft.

Künstliche Intelligenz wird die gewerblichen Schaden- und Unfallversicherungsmakler nach Einschätzung von Jefferies-Analysten nicht grundlegend verdrängen. Laut einem aktuellen Research-Bericht des US-Investmenthauses gilt dies zumindest über das Segment der Kleinst-, Klein- und unteren Mittelstandsunternehmen hinaus.
Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit strukturellen Schutzfaktoren: Komplexität der Risiken, beratungsintensive Dienstleistungen und Datenlücken sichern das Maklergeschäft im gehobenen Mittelstand, bei Großkunden sowie in den Bereichen Spezial- und Rückversicherungen ab. Diese Segmente erfordern ein Maß an Expertise und individueller Beratung, das KI-Systeme derzeit nicht ersetzen können.
KI als Effizienzhebel, nicht als Disruptor
Kurzfristig sieht Jefferies KI primär als Werkzeug zur Effizienzsteigerung innerhalb bestehender Strukturen. Konkret erwartet das Analysehaus, dass die Underwriting-Kapazitäten durch den Einsatz von KI verbessert werden – also die Fähigkeit der Versicherer, Risiken präziser zu bewerten und zu zeichnen.
Allerdings warnen die Analysten vor überzogenen Erwartungen: Wettbewerbsdruck werde etwaige Vorteile bei der Schadenquote mittelfristig zunichtemachen. Da KI-Tools zunehmend branchenweit eingesetzt werden, dürften Effizienzgewinne einzelner Anbieter rasch nivelliert werden.
Für deutsche Privatanleger, die in Versicherungsmakler oder -konzerne investiert sind, liefert der Bericht eine beruhigende Botschaft. Jefferies betonte ausdrücklich, dass Disruptions-Befürchtungen für die meisten beobachteten Akteure im gewerblichen Sach- und Unfallversicherungssektor übertrieben seien. Die Branche steht damit nicht vor einem radikalen Strukturbruch – zumindest nicht in den komplexen und beratungsintensiven Marktsegmenten.
