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Jay Powell warnt: Federal Reserve steht vor hartem Stresstest

Der frühere Fed-Chef sieht die Unabhängigkeit der US-Notenbank durch politische Einmischung ernsthaft gefährdet.

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Jay Powell warnt: Federal Reserve steht vor hartem Stresstest

Jerome Powell, der nach acht Jahren als Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve nun als einfacher Fed-Gouverneur tätig ist, hat eindringlich vor einer Gefährdung der institutionellen Stabilität der amerikanischen Zentralbank gewarnt. In einer Rede am Sonntag in Boston erklärte Powell, die Fed befinde sich mitten in einem „Stresstest" – einem Begriff, der normalerweise für die Prüfung der Widerstandsfähigkeit von Banken verwendet wird, hier aber auf die Institution selbst angewendet wird.

Powell sagte, die Fed sei „wie viele andere [US-]Institutionen einem Stresstest unterzogen". Diese Aussage ist bemerkenswert, da sie direkt auf die politischen Spannungen zwischen der Notenbank und der Trump-Administration hinweist. Der Stresstest, so Powell, bedrohe die Stärke und Stabilität der weltgrößten Volkswirtschaft.

Trumps Versuche, Notenbanker zu entlassen

Im Kern seiner Warnung steht Powells Kritik an Versuchen der Trump-Administration, Fed-Beamte aus politischen Gründen abzusetzen. Powell erklärte, solche Versuche würden die Rechtsstaatlichkeit untergraben. Wörtlich warnte er: „Wenn irgendeine Regierung einen Weg findet, Fed-Beamte aufgrund politischer" Motive zu entlassen, stelle dies eine ernsthafte Bedrohung für die institutionelle Unabhängigkeit der Notenbank dar.

Die Unabhängigkeit der Zentralbank gilt in der Wirtschaftswissenschaft als entscheidende Voraussetzung für eine glaubwürdige Geldpolitik. Nur wenn eine Notenbank frei von politischem Druck agieren kann, ist sie in der Lage, Preisstabilität und wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern. Eingriffe der Exekutive in die Personalpolitik der Fed würden dieses Fundament erschüttern.

Powells neuer Status als Gouverneur

Powell selbst durchläuft gerade einen persönlichen Übergang: Nach acht Jahren als Fed-Vorsitzender ist er in die Rolle eines einfachen Fed-Gouverneurs zurückgekehrt. Dennoch nutzt er seine Stimme, um öffentlich auf die Risiken für die institutionelle Integrität der Notenbank hinzuweisen – ein ungewöhnlicher, aber deutlicher Schritt.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Die Federal Reserve ist die mächtigste Zentralbank der Welt, und ihre Entscheidungen zur Zinspolitik beeinflussen nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und die Geldpolitik anderer Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB). Eine politisch kompromittierte Fed könnte das Vertrauen der Märkte in die Stabilität des US-Dollars und der amerikanischen Wirtschaft nachhaltig beschädigen.

Die Warnung Powells reiht sich in eine breitere Debatte über den Zustand demokratischer Institutionen in den USA unter Trumps zweiter Amtszeit ein. Sein Leitfaden – was Trumps zweite Amtszeit für Washington, die Wirtschaft und die Welt bedeutet – ist damit nicht nur eine innenpolitische Frage, sondern eine mit globaler Tragweite.

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