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Japanische Autobauer: Doppelrisiko durch Yen-Rally und Nahost-Krieg

Toyota, Honda und Nissan drohen Gegenwind durch eine mögliche Yen-Aufwertung und steigende Rohstoffkosten infolge des Nahost-Konflikts.

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Japanische Autobauer: Doppelrisiko durch Yen-Rally und Nahost-Krieg

Japanische Automobilhersteller stehen vor einem gefährlichen Doppelrisiko: Eine mögliche Stärkung des Yen durch staatliche Interventionen und die anhaltenden Folgen des Nahost-Konflikts könnten die Gewinne von Toyota, Honda und Nissan erheblich belasten. Analysten von Morningstar und Bernstein warnen vor einer Kombination aus Währungsrisiken und steigenden Rohstoffkosten, die die jüngsten Rekordergebnisse der Branche zunichtemachen könnte.

Noch profitieren die japanischen Autobauer von einem historisch schwachen Yen. Toyota und Honda hoben zuletzt ihre Ganzjahresprognosen an, Nissan verzeichnete den ersten Gewinn seit rund zwei Jahren. Der schwache Yen verbilligt japanische Exportfahrzeuge auf den Weltmärkten und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller erheblich.

Yen-Intervention als Warnsignal

Doch das Blatt könnte sich wenden. Anfang August koordinierten das US-Finanzministerium und das japanische Finanzministerium in einem historischen Schritt eine seltene Intervention durch Yen-Käufe, nachdem die Währung mit über 163 Yen pro US-Dollar auf ein 40-Jahres-Tief gefallen war. Dieser Schritt löste bei Branchenbeobachtern umgehend Warnsignale aus.

„Sollte die staatliche Intervention den Yen stärken, wäre dies negativ für die japanischen Automobilhersteller", sagte Vincent Sun, Senior Equity Analyst bei Morningstar. Ein stärkerer Yen stellt die Hersteller vor eine schwierige Wahl: Entweder erhöhen sie die Preise auf ausländischen Märkten – mit dem Risiko von Marktanteilsverlusten – oder sie nehmen einen Druck auf das Betriebsergebnis durch den geringeren Yen-Wert ihrer Auslandsgewinne hin.

Die Sensitivität gegenüber Währungsschwankungen ist dabei beträchtlich. „Eine Veränderung des Yen um 1% wirkt sich im Allgemeinen auf das Betriebsergebnis japanischer Automobilhersteller um etwa 2% aus", erklärte Masahiro Akita, Senior Analyst bei Bernstein. Er ergänzte, dass die Sensitivität je nach Unternehmen variiert und bei einigen Herstellern sogar rund 4% erreichen kann.

Nahost-Konflikt trifft Lieferketten und Rohstoffe

Neben dem Währungsrisiko bereitet der anhaltende Nahost-Konflikt den Analysten zusätzliche Sorgen. Die Straße von Hormus und das Rote Meer sind entscheidende Schifffahrtswege für japanische Automobilhersteller, die für ihre Produktion auf Aluminium und Petrochemikalien wie Naphtha angewiesen sind. Unterbrechungen dieser Routen treffen die Branche daher unmittelbar.

„Der bedeutendste Gegenwind für die Gewinne der Automobilhersteller ist der Anstieg der Rohstoffkosten, der sich im Zuge des anhaltenden Nahost-Konflikts verschärft hat", sagte Akita. Die Inflation betreffe dabei eine breite Palette an Einsatzstoffen:

  • Naphtha und Harze, die an den Ölpreis gekoppelt sind
  • Speicherchips
  • Industriemetalle wie Aluminium, Kupfer und Stahl

Diese Kostensteigerungen hätten laut Akita eine „breit angelegte negative Auswirkung auf die Rentabilität der Branche". Morningstar-Analyst Sun betont, dass die Unsicherheit im Nahen Osten als entscheidender Faktor sowohl für die Lieferkettenlogistik als auch für die Rohstoffkosten fungiert.

Für deutsche Anleger, die in japanische Automobilwerte investiert sind oder dies erwägen, verdeutlicht die Situation, wie stark global aufgestellte Hersteller von geopolitischen Entwicklungen und Währungsbewegungen abhängig sind. Die jüngsten Rekordergebnisse der japanischen Autobauer könnten sich als vorübergehend erweisen, sollten sich beide Risikofaktoren gleichzeitig materialisieren.

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