Jaguar Uranium meldet Seltene Erden am Berlin-Projekt in Kolumbien
Jaguar Uranium hat Analyseergebnisse aus dem Resampling historischer Bohrkerne vorgelegt: bis zu 3.570 ppm TREO in Caldas, Kolumbien.

Jaguar Uranium Corp. (NYSE American: JAGU) hat Analyseergebnisse aus seinem Programm zur Nachbeprobung historischer Bohrkerne am Berlin-Uran-Seltene-Erden-Projekt im Departamento Caldas in Kolumbien veröffentlicht. Die Ergebnisse deuten auf ein polymetallisches System hin, das Seltene Erden zusammen mit Uran-, Vanadium- und Phosphat-Mineralisationen in den getesteten Abschnitten umfasst. Ausgewählte Abschnitte wiesen Werte von bis zu 3.570 ppm TREO und 607 ppm MREO auf.
Der höchste in diesem Resampling-Programm gemeldete TREO-Wert für die ausgewählten Abschnitte stammt aus dem Abschnitt DDB-041: Auf 0,63 Metern wurden 3.570 ppm TREO (0,357 Prozent) und 607 ppm MREO gemessen. Weitere ausgewählte Abschnitte ergaben 1,53 Meter mit 2.267 ppm TREO und 329 ppm MREO sowie 0,50 Meter mit 2.532 ppm TREO und 414 ppm MREO. In dem beprobten Uran-Vanadium-Phosphat-Horizont wurde eine Anreicherung von Neodym, Praseodym, Terbium und Dysprosium berichtet.
Das Unternehmen stellt ausdrücklich klar, dass es sich ausschließlich um Explorationsergebnisse handelt, die weder eine Mineralressource noch eine Mineralreserve repräsentieren. Die wirtschaftliche Rentabilität der berichteten Mineralisationen wurde nach Angaben von Jaguar noch nicht nachgewiesen.
Die Details
Die vier im Rahmen des Programms gemeldeten Abschnitte im Überblick:
- DDB-041: 0,63 Meter mit 3.570 ppm TREO und 607 ppm MREO (von 170,57 Meter bis 171,20 Meter).
- DDB-003: 1,53 Meter mit 2.267 ppm TREO und 329 ppm MREO (von 80,77 Meter bis 82,30 Meter).
- DDB-015: 1,00 Meter mit 2.176 ppm TREO und 349 ppm MREO (von 162,86 Meter bis 163,86 Meter).
- DDB-068: 0,50 Meter mit 2.532 ppm TREO und 414 ppm MREO (von 435,86 Meter bis 436,36 Meter).
Die berichteten Abschnitte sind Kerndlängen; wahre Mächtigkeiten wurden im aktuellen Resampling-Programm nicht bestimmt. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Abschnitte für die beschriebenen Zwecke ausgewählt wurden und nicht unbedingt repräsentativ für den mineralisierten Horizont als Ganzes sind. Ein wesentlicher Anteil der Abschnitte stammt aus den Bohrlöchern DDB-035 und DDB-077, die nur zur historischen geochemischen Verifikation beprobt wurden und nicht repräsentativ für die wahre Mächtigkeit sind.
Der getestete Kern wurde zwischen 2010 und 2012 gebohrt. Das Resampling-Programm wurde erstmals am 17. März 2026 angekündigt. Die Bohrkerne stammen aus zwei historischen Explorationskampagnen von U3O8 Corp.; die erste fand 2010 und 2011 statt, die zweite wurde 2012 durchgeführt. Seit 2015 lagert das Material in einer sicheren, verschlossenen Kernlagerstätte, die ursprünglich von U3O8 Corp. eingerichtet und 2024 von Jaguar übernommen wurde. Sie befindet sich direkt im Projektgebiet auf der Bergbaukonzession 664-17, wobei der Zugang streng auf autorisiertes Personal beschränkt bleibt. Die beprobten Abschnitte zeigten nach Unternehmensangaben keine Anzeichen von Abbau oder Mineraloxidation.
Für das Programm wurden Proben aus 13 ausgewählten historischen Bohrkern-Abschnitten entnommen, etikettiert und zur Laboranalyse eingereicht. Die Charge bestand aus 150 Proben, davon 136 Bohrkern-Proben (108 aus direkter Kernprobenahme und 28 Pulverproben aus vorherigen Analysen) sowie 14 QA/QC-Einschübe. Die Kernproben bestanden aus Viertelkernen, die aus den restlichen Halbkernen geschnitten wurden, mit durchschnittlichen Längen von 1 Meter (Maximum 2,98 Meter, Minimum 0,20 Meter).
Die Probenvorbereitung erfolgte bei SGS Colombia S.A.S. in Medellín, Kolumbien (ISO 9001 akkreditiert für Probenvorbereitung und -management), die chemische Analyse bei SGS Callao in Peru (ISO/IEC 17025 für Tests und Kalibrierung). Geochemische Gesamtgesteinsanalysen wurden mit einem Dual-Methoden-Ansatz durchgeführt: eine Vier-Säure-Digestion mit ICP-MS-Analysen (SGS-Methode ICM40B) zur Charakterisierung von Spurenelementen sowie eine Natriumperoxid-Fusion mit ICP-MS-Abschluss (SGS-Methode ICM90A) zur Quantifizierung der Seltenen Erden in widerstandsfähigen Mineralphasen. Uran wurde unter Verwendung der ICM40B-Methode gemeldet.
Von den 150 eingereichten Proben waren 14 QA/QC-Einschübe, das entspricht 9,33 Prozent der gesamten Charge. Darunter befanden sich 7 grobe Blanks (4,67 Prozent) und 7 zertifizierte Referenzmaterialien (4,67 Prozent). Die Referenzmaterialien stammten von OREAS (ORE Research & Exploration Pty Ltd., Australien), einem ISO 17034-akkreditierten Produzenten. OREAS 474 wurde zur Kontrolle der Seltenen Erden verwendet, OREAS 121 (~215 ppm U) als Niedriggradstandard und OREAS 124 (~1.845 ppm U) als Hochgradstandard für Uran. Die Kontrollen wurden gleichmäßig über die Probenahmesequenz verteilt, um Clusterbildung zu vermeiden.
Als qualifizierte Person fungiert Andrés Cáceres, ein AIPG Certified Professional Geologist (CPG), der die Anforderungen gemäß NI 43-101 und Subpart 1300 der Regulation S-K erfüllt. Er hat die technische Integrität der Daten überprüft, die QA/QC-Ergebnisse bewertet und die Veröffentlichung genehmigt. Cáceres war von 2007 bis 2015 Projektleiter und leitete in dieser Zeit acht Jahre lang das Berlin-Projekt bei U3O8 Corp.; zudem war er vier Jahre beim kolumbianischen geologischen Dienst (SGC) als Senior Consultant tätig.
Hintergrund: Was bisher geschah
aktien.news hat in den vergangenen Monaten mehrfach über Explorationsergebnisse im Umfeld kritischer Mineralien und Seltener Erden berichtet. Bereits am 11.06.2026 meldete aktien.news, dass SAGA Metals Corp. neue Analyseergebnisse aus den Diamantbohrlöchern R-0044, R-0045 und R-0046 seines Radar-Projekts in Labrador veröffentlicht hat; das Titan-Vanadium-Eisen-Projekt befindet sich zu 100 Prozent in Unternehmensbesitz.
Am 15.06.2026 berichtete aktien.news über Spanish Mountain Gold Ltd., die neue Analyseergebnisse aus acht Diamantbohrlöchern des laufenden Bohrprogramms 2025–2026 im Cariboo Gold Corridor in British Columbia vorlegte. Am 22.06.2026 folgte die Meldung, dass Apex Critical Metals neue Bohrergebnisse aus der Trinity-Zone seines Rift-Seltenerdprojekts veröffentlichte; das Bohrloch RIFT26-008 bestätigte, dass sich die Zone in die Tiefe fortsetzt.
Am 10.08.2026 berichtete aktien.news erneut über SAGA Metals: Die Bohrlöcher R-0058, R-0059 und R-0060 des Radar-Projekts lieferten breite Abschnitte mit konsistenter Oxidmineralisierung, wobei R-0060 auf 118,0 Metern durchschnittlich 39,10 Prozent Fe2O3, 5,32 Prozent TiO2 und 0,269 Prozent V2O5 erreichte.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist wichtig, dass Jaguar Uranium die vorgelegten Zahlen ausdrücklich als Explorationsergebnisse einordnet. Sie belegen nach Darstellung des Unternehmens das Vorkommen und die Gehaltsschwankungen von Seltenen Erden über die Synklinale hinweg, sind aber kein Nachweis einer wirtschaftlich abbaubaren Lagerstätte. Die Abschnitte wurden gezielt aus dem verfügbaren zurückgehaltenen Kern ausgewählt und stellen kein systematisches Resampling aller historischen mineralisierten Abschnitte dar. Die aktuellen Ergebnisse waren zudem nicht dazu konzipiert, historische Schätzungen zu verifizieren.
Das Unternehmen plant zu bewerten, ob die REO-Ergebnisse eine Einbeziehung in zukünftige geologische Modelle und Arbeiten zur Bestimmung von Mineralressourcen rechtfertigen. Solche Arbeiten würden zusätzliche Bohrungen, Kontinuitätsbewertungen, analytische Überprüfungen und weitere unterstützende technische Studien erfordern. Anleger sollten beachten, dass die Aktie unter dem Ticker JAGU an der NYSE American notiert ist und die Meldung keine Aussage über die metallurgische Ausbeute oder eine verkaufsfähige Produktspezifikation trifft. Die TREO- und MREO-Werte sind stöchiometrische Oxidäquivalente und keine realisierbaren Ausbeuten.
Ausblick
Jaguar Uranium will die Ergebnisse nach Angaben von CEO Steven Gold zusammen mit Grabungen, Geophysik und Bohrungen nutzen, um das geologische Modell zu verfeinern und die Kontinuität der Mineralisation zu bewerten. „Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass Seltene Erden zusammen mit Uran-, Phosphat- und Vanadium-Mineralisationen in den ausgewählten Berliner Kernabschnitten auftreten", so Gold. Er verweist darauf, dass das Multi-Kommoditäten-Profil direkt mit der beschleunigten strategischen Zusammenarbeit zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten hinsichtlich sicherer Lieferketten für kritische Mineralien und der Nuklearenergie übereinstimmt.
Diese Zusammenarbeit wurde am 8. September 2026 mit den Abkommen von Barranquilla als US-kolumbianischer Rahmenwerk gegründet. Die Vereinbarungen schaffen einen Rahmen zur Förderung sicherer Lieferketten, geologischer Kenntnisse sowie der Investition und Entwicklung strategischer Mineralressourcen. Jaguar verweist darauf, dass das Berlin-Projekt mit Uran-, Seltenen-Erden-, Vanadium- und Phosphat-Mineralisationen in dieses entstehende strategische Rahmenwerk und die wachsende Rolle Kolumbiens in sicheren Lieferketten für kritische Mineralien und Nuklearerzeugung gut positioniert sei.
Jaguar Uranium bezeichnet sich selbst als auf Südamerika fokussiertes Uranexplorationsunternehmen, das Brownfield-Projekte in Kolumbien und Argentinien vorantreibt. Neben dem Berlin-Projekt in Caldas treibt das Unternehmen in Argentinien das Laguna-Salada-Projekt in der Provinz Chubut und die historische Huemul-Uranmine in der Provinz Mendoza voran. Für das Berlin-Projekt wurden mehr als 20.000 Meter historische Bohrungen gemeldet; historisch berichtet wurden dort Uran, Vanadium, Nickel, Phosphat, Molybdän, Rhenium, Yttrium und Neodym.
Kurz erklärt
- TREO: Gesamt-Seltene-Erden-Oxide, die Summe der stöchiometrischen Oxidäquivalente aller berichteten Seltenen Erden.
- MREO: Magnet-Seltene-Erden-Oxide, die Summe der Oxidäquivalente von Neodym, Praseodym, Terbium und Dysprosium, die in Permanentmagneten verwendet werden.
- ppm: Teile pro Million, eine Maßeinheit für sehr geringe Konzentrationen eines Stoffes im Gestein.
- Explorationsergebnisse: Nach SEC Regulation S-K 1300 technische Angaben, die weder eine Mineralressource noch eine Mineralreserve darstellen.
