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IWF fordert China zu größeren fiskalischen Stimulusmaßnahmen auf

Der Internationale Währungsfonds sieht Chinas Wirtschaft am Rande der Deflation und drängt auf deutlich mehr staatliche Konjunkturhilfen.

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IWF fordert China zu größeren fiskalischen Stimulusmaßnahmen auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat China aufgefordert, seine fiskalischen Stimulusmaßnahmen deutlich auszuweiten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwanke am Rande einer Deflation, sagte ein hochrangiger IWF-Beamter am Donnerstag in Bangkok. „Wir begrüßen die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen, die China der Wirtschaft gewährt hat. Unserer Ansicht nach sind diese jedoch in Umfang und Reichweite recht begrenzt“, erklärte Krishna Srinivasan, Direktor des Asia-Pacific-Bereichs des IWF, auf einer Pressekonferenz.

Im aktuellen World Economic Outlook (WEO) projiziert der IWF, dass sich das Wirtschaftswachstum Chinas in diesem Jahr auf 4,5 Prozent verlangsamen wird. Im Jahr 2025 hatte das Wachstum noch bei 5,0 Prozent gelegen. Für 2027 erwartet der Fonds eine weitere Abschwächung auf 4,0 Prozent. Als Hauptgrund für die gedämpfte Entwicklung nennt der IWF die schwache inländische Nachfrage.

Wachstum stützt sich auf externe Nachfrage

Srinivasan machte deutlich, dass die Wachstumsdynamik Chinas derzeit vor allem von außen kommt. „Der Großteil des Wachstums in China lässt sich durch die externe Nachfrage erklären, und die Umstrukturierung, über die wir seit einiger Zeit sprechen, hat sich noch nicht wirklich verwirklicht“, sagte er. Damit spielt der IWF-Vertreter auf die seit Jahren erwartete Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft an – weg von Investitionen und Exporten hin zu einem stärker konsumgetriebenen Modell.

Diese Umstrukturierung ist bislang ausgeblieben. Stattdessen stützt sich das Wachstum weiterhin stark auf die Auslandsnachfrage, während die Binnenkonjunktur schwächelt. Genau hier setzt die Forderung des IWF nach zusätzlichen fiskalischen Impulsen an.

„Wir sind der Auffassung, dass kurzfristig deutlich mehr fiskalische Impulse erforderlich sind, bis die Wirtschaft wieder anzieht“, betonte Srinivasan. Dabei hob er die Notwendigkeit hervor, die Preise in einer Wirtschaft zu stützen, die „am Rande der Deflation schwebe“. Eine Deflation – also ein anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus – gilt für Volkswirtschaften als besonders gefährlich, weil sie Konsum und Investitionen bremsen und Schulden real verteuern können.

Immobilienkrise dauert zu lange an

Ein weiteres zentrales Problem sieht der IWF in der anhaltenden Immobilienkrise Chinas. Diese dauere „zu lange andauernde“ an, so Srinivasan. Der Immobiliensektor hatte in der Vergangenheit einen erheblichen Anteil am chinesischen Wirtschaftswachstum und an der Vermögensbildung der Haushalte. Eine langanhaltende Schwäche belastet daher sowohl die Bauwirtschaft als auch das Vertrauen der Verbraucher.

Der IWF bekräftigte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, politische Maßnahmen zur Sanierung des Immobiliensektors umzusetzen. Dazu zählen nach Angaben von Srinivasan Schritte zur Stärkung des Vertrauens der Haushalte sowie der Aufbau sozialer Sicherheitsnetze. Solche Sicherungssysteme könnten dazu beitragen, die Sparneigung der chinesischen Haushalte zu verringern und den Konsum anzukurbeln.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in China von erheblicher Bedeutung. Das Land ist ein zentraler Absatzmarkt für deutsche Exportunternehmen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie und Chemie. Eine schwächere chinesische Binnennachfrage und anhaltender Preisdruck könnten sich daher auch auf die Geschäftsaussichten deutscher Konzerne auswirken. Zugleich zeigt die IWF-Prognose, dass die chinesische Wirtschaft trotz der Verlangsamung weiter wächst – allerdings auf einem spürbar niedrigeren Niveau als in den Vorjahren.

Der IWF hatte seine Einschätzungen im Rahmen des World Economic Outlook veröffentlicht, der als wichtige Orientierung für Regierungen, Notenbanken und Investoren weltweit gilt. Die Forderung nach größeren fiskalischen Impulsen unterstreicht den Handlungsdruck, den internationale Institutionen für die chinesische Wirtschaftspolitik sehen.

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