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Irankrise: Emirate forcieren Hormus-Ausweg mit milliardenschwerer Übernahme

Mit der Komplettübernahme des Hafenbetreibers von Abu Dhabi sichern sich die Emirate strategische Schlüsselpositionen abseits der gefährlichen Meerenge.

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Irankrise: Emirate forcieren Hormus-Ausweg mit milliardenschwerer Übernahme

Die VAE gehen in der Irankrise in die Offensive. Mit der Komplettübernahme des Hafenbetreibers von Abu Dhabi sichern sie sich strategische Schlüsselpositionen abseits der gefährlichen Straße von Hormus.

Seit Wochen schwelt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Ein erneuter Waffenstillstand läuft am Montag aus. Vor diesem Hintergrund handelt der Staatsfonds der VAE namens "L'imad" entschlossen: Er kündigt an, den Betreiber des Hafens von Abu Dhabi vollständig zu übernehmen. Bereits jetzt hält der Fonds 75 Prozent der Anteile.

Strategischer Schachzug in der Hormuskrise

Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie der Emirate. Das Land möchte sich zunehmend unabhängig von der Straße von Hormus machen – jener Meerenge, durch die in Friedenszeiten rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen. Die VAE planen daher, ihre Häfen an der Ostküste außerhalb des Arabischen Golfs massiv auszubauen.

Handelsminister Thani Al Zeyoudi erklärte bereits im Juni in einem Interview, man arbeite an einer vollständigen Unabhängigkeit von der strategisch wichtigen Wasserstraße. Die geplante Übernahme ist noch von behördlichen Genehmigungen abhängig. Angesichts der geopolitischen Bedeutung wäre ein Scheitern jedoch eine große Überraschung.

Für bestehende Aktionäre ist das Angebot attraktiv: Es liegt 23 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs. Das zeigt, wie ernst es den Emiraten mit dem Vorhaben ist.

Ölpreise ziehen wieder an

Auch an den Rohstoffmärkten macht sich die Krise bemerkbar. Die Ölpreise haben zuletzt wieder angezogen. Europäisches Rohöl der Sorte Brent wurde Anfang August zwischenzeitlich für unter 80 Dollar gehandelt. Inzwischen ist der Preis wieder an die Marke von 90 Dollar herangerückt.

Alternativen zur Straße von Hormus gewinnen daher erneut an strategischer Bedeutung. Die VAE betreiben bereits die Habschan-Fudschaira-Pipeline, die Öl über den Golf von Oman ausführt. Diese Kapazitäten sollen massiv erweitert werden: Von derzeit 1,8 Millionen Barrel pro Tag auf 3,6 Millionen Barrel. Die zweite Röhre soll bereits im nächsten Jahr fertiggestellt sein.

Verdeckte Transporte als Stabilisator

Darüber hinaus haben die VAE eine Art Shuttleservice für Öl eingerichtet. Kleine Tanker transportieren Petroleum aus dem Persischen Golf entlang der Küste Omans beispielsweise nach Fudschaira. Dort wird das Öl auf ankernde Supertanker umgeladen.

Diese verdeckten Transporte versuchen, die vom Iran ausgerufene Blockade zu unterlaufen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg laufen sie auf Hochtouren und sind zu einem wichtigen Stabilitätsanker geworden. Dennoch herrscht keine Normalität: Wiederholt wurden Schiffe trotz Geleitschutzes attackiert, wie Insider berichten.

Die transportierten Mengen sind mit über vier Millionen Barrel pro Tag durchaus relevant. Dennoch sind sie nur ein Bruchteil der mehr als 21 Millionen Barrel pro Tag, die normalerweise die Meerenge von Hormus durchqueren. Die Emirate und auch Saudi-Arabien befinden sich weiterhin in einer Zwangslage. Zwar können sie einen Teil ihrer Exporte auf Umwegen abwickeln, der Druck auf die Staatsfinanzen bleibt jedoch enorm.

Für Anleger an den internationalen Börsen bleibt die Lage damit brandgefährlich. Der Iran-Konflikt und die damit verbundenen Risiken für die Ölversorgung treiben die Preise. Gleichzeitig investieren die Golfstaaten massiv in Alternativen. Diese Entwicklungen sollten Investoren im Blick behalten, denn sie beeinflussen nicht nur die Rohstoffmärkte, sondern auch die Bewertung von Ölaktien und Schifffahrtswerten.

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